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Taz wirbelt, Holtmann legt auf, Klaiber trifft: VfL Bochum verdient sich gute Noten
Gerrit Holtmann zeigte als zweite Spitze eine gute Leistung für Bochum gegen Wolfsburg.© dpa | Fabian Strauch

Nach drei Niederlagen und einem 0:1-Rückstand zeigt der VfL Bochum gegen Wolfsburg Moral. Mit einer stark verbesserten Leistung und neuer Ausrichtung schaffte Sean Klaiber den 1:1-Ausgleich. Ein spätes 1:2 nach Mets-Patzer zählte wegen eines Handspiels zurecht nicht. Die Einzelkritik.

Timo Horn: Ein fieses Wetter speziell für einen Torwart: strömender Regen, starker Wind. Doch Horn stand seinen Mann, bewahrte sein Team nach einem abgefälschten Schuss von Bernhardsson, den er stark über die Latte faustete, vor dem frühen 0:2 (12.). Beim 0:1 machtlos, griff er in der Folge stets sicher zu, war bei den gefährlichen Ecken zur Stelle. Note: 2

Timo Horn bewahrte den VfL Bochum mit dieser Parade vor dem frühen 0:2 gegen Wolfsburg.© firo Sportphoto | Ibing

Sean Klaiber (bis 90.): Der Rechtsverteidiger leitete in Kaiserslautern mit einem dicken Patzer das 0:1 und damit die Niederlage ein. Auch diesmal ging das 0:1 auch auf seine Kappe. Klaiber hielt Sicherheitsabstand von Fabian Reese, dessen Volleyabnahme allerdings auch oberstes Regal war. Der 32-Jährige streute einige leichte Fehler ein, steigerte sich aber defensiv und im Aufbau, schaltete sich ein – und packte den rechten Hammer aus. Sein 1:1 sorgte endlich mal wieder für ein Tollhaus. Ein Schlüsselmoment vielleicht sogar für die ganze Saison, daher Note: 2,5

Michael Steinwender: Der Neuzugang im Abwehrzentrum fand nach zögerlichem Start besser in die Partie, sorgte mit Pässen ins besser besetzte Zentrum für einen guten Aufbau, stand defensiv meist sicher, auch wenn Wolfsburgs Asse mit ihrem Tempo und ihrer Dribbelstärke nicht komplett auszuschalten waren. Note: 2,5

Mets hat nach Patzer Glück

Karol Mets: Der Este bevorzugt mitunter einen rustikalen Stil, traf auch diesmal den Ball nicht so präzise wie erhofft. In der Startphase hatte er Mühe gegen die Top-Spitzen, ein Robert Glatzel ließ ihn mitunter alt aussehen. Mets arbeitete sich aber in die Partie, trieb das Team nach vorn, sicherte hinten stabil ab - und leistete sich in der Nachspielzeit einen bösen Patzer. Kento Shiogai entwischte, traf zum 1:2. Doch der Treffer zählte zurecht wegen vorherigem Handspiels vom Torschützen nicht. Note: 3,5

Maximilian Wittek: In der stürmischen Anfangsphase der Wolfsburger konnte einem Angst und Bange werden, wenn Bernhardsson auf Wittek zudribbelte etwa. Doch der Routinier fing sich, fand besser in die Zweikämpfe, in die angepasste neue Ordnung. Note: 3

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Tom Meyer: Der 18-Jährige lässt sich auch von großen Namen und Topgegnern nicht beeindrucken. Meyer zeigte als Sechser neben Pannewig Präsenz, Gift in den Zweikämpfen, Mut im Spiel nach vorn wie in Minute 19, als er links durchbrach und Taz auflegte. Meyer blieb dran – erneut eine starke Leistung des Youngsters. Note: 2,5

Mats Pannewig: Der 21-Jährige erhielt erneut den Vorzug vor Charlie Patino in einer neuen, zentral verstärkten Formation. Er setzte nach dem 0:1-Schock schnell ein Zeichen der Reaktion, als er knapp am linken Pfosten vorbeischoss. Ein weiterer Versuch wurde geblockt. Pannewig wirkte offensiv zielstrebiger als zuletzt, defensiv hatte er allerdings im ersten Abschnitt Mühe, kam mehrmals zu spät, verlor auch manchen Ball ohne Not. Pannewig hielt den Kopf oben und initiierte den Ausgleich mit einem Ballgewinn. Note: 3

Koji Miyoshi (bis 73.): Nach fünf Partien als Zehner fand Rösler eine neue Rolle für den Japaner im 4-4-2 mit Doppelspitze. Miyoshi agierte im linken Mittelfeld. Nach eher verschlafenem Beginn – so attackierte er Flankenmann Damar vor dem 0:1 nicht – taute Miyoshi auf. Er suchte immer wieder Taz, zusammen zeigten sie Qualität und Spielfreude. Allerdings gab es auch Phasen, in denen noch zu wenig kam von ihm, er zu leicht die Bälle verlor und er zu lange zögerte wie bei seinen verpassten Chancen nach der Pause. Note: 3

Berkan Taz kehrt in die Startelf zurück und belebt das VfL‑Spiel

Berkan Taz (bis 73.): Der 27-Jährige holte sich in dieser Woche Lob von Trainer Rösler ab für seine teils guten Leistungen nach Einwechslungen, seinen Einsatz im Training. Der Lohn: Erstmals seit August durfte der Spielmacher wieder von Beginn an ran und machte aus dem Harmlos-VfL wieder eine spielstarke, angriffslustige Mannschaft. Taz spielte defensiv rechts im 4-4-2, rückte mit Ball ins Zentrum ein. Der feine Fußballer verzauberte mit einer Pirouette, Doppelpass mit Miyoshi, Ballmitnahme, Abschluss. Allein in der ersten Halbzeit schoss er fünfmal aufs Tor, häufiger als das gesamte Team gegen Bielefeld und Kaiserslautern in 180 Minuten. Taz ackerte, Taz spielte, Taz legte auf – nur ein Tor fehlte. Note: 2

Gerrit Holtmann (bis 83.): Nach einer Handverletzung spielte der 31-Jährige diesmal als zweite Spitze, das tat ihm gut. Der VfL setzte auf die linke Angriffsseite mit Holtmann, der Wolfsburgs Abwehrrecken um Wahl einige Probleme bereitete, Sprintduelle suchte und Tiefe, sich stets aufrieb und anbot für lange Bälle der zielstrebigeren, klarer spielenden Kollegen. Und das Sprintduell. Sein letzter Pass allerdings kam erstmal nicht an, sein Schuss aus guter Position wurde zur Ecke geblockt (30). Holtmann machte aber immer weiter, beschäftigte die Gäste und bediente Klaiber zum 1:1 – sein erster Assist der Saison, seine bisher stärkste Leistung. Note: 2,5

Philipp Hofmann (bis 83.): Der Stoßstürmer ließ nach dem Lautern-Spiel öffentlich mächtig Dampf ab, weil er kaum Bälle bekam aus dem Zentrum, von den Flügeln. Der VfL-Routinier, von den Fans vor dem Anpfiff einmal mehr als „Fußballgott“ empfangen, erzielt diesmal mehr Unterstützung dank Holtmann und Taz. Hofmann sendete Signale mit Ballgewinnen, Härte im Zweikampf, Pässen. Im Strafraum gefährlich wurden allerdings andere, manche Ablage misslang. Note: 3

Eingewechselt beim VfL Bochum gegen Wolfsburg

73. Minute: Jarne Steuckers kam für den ausgepumpten Taz. Ohne Note.

73. Minute: Christian Rasmussen ersetzte Miyoshi, hatte gleich Abschlüsse. Ohne Note.

83. Minute: Mansour Ouro Tagba und Jarne Steuckers kamen für Hofmann und Holtmann. Ohne Note.

90. Minute: Yigit Karademir kam für Klaiber.

Reserve VfL Bochum: Tino Casali - Charlie Patino, Leon Sawas, Lasse Isbruch

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