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Niclas Füllkrug trifft und trifft und schießt die Bremer in die obere Tabellensphäre. Doch Mitchell Weisers Verletzung zeigt, wie zerbrechlich Werders Lauf sein kann.
Kürzlich gegen Mainz hatte Niclas Füllkrug noch ordentlich geschimpft, als er von Werder-Trainer Daniel Thioune vorzeitig ausgewechselt wurde. Da war es ihm nicht früh genug gewesen, denn der 33-jährige Torjäger fühlte, dass sein Akku längst leer war.
Nun, in der Nachspielzeit gegen Hoffenheim, strahlte Füllkrug dagegen verschmitzt, als er auf der Bank Platz nehmen sollte. Kein Wunder, sein Akku hatte gehalten und die Partie war mit 2:0 bereits entschieden. Einmal mehr hatte Füllkrug dabei als Werders Lebensversicherung agiert.
Denn ohne ihren Superstürmer würden die Bremer nach acht Spieltagen sicherlich nicht mit 15 Punkten auf Platz fünf dastehen. Es ist Werders bester Saisonstart seit acht Jahren. Und Füllkrug selbst trug sich gegen die TSG gleich zweifach in die Vereinsgeschichtsbücher ein.
In sieben Spielen in Folge hatte Füllkrug mindestens einmal getroffen – das hatte im Werder-Trikot bisher nur der heutige DFB-Sportdirektor Rudi Völler in der Saison 1982/83 geschafft. Für "Fülle" war das wuchtig geschossene 1:0 in der 57. Minute sein neuntes Saisontor – so viele Treffer hatte noch kein Werder-Spieler nach nur acht Spieltagen erzielt.
Ich schieße die Tore nicht, um den Rekord zu brechen. Ich freue mich über den Rekord, dennoch bleibt die Mannschaft und eine tolle Teamleistung im Vordergrund.
(Werder-Torjäger Niclas Füllkrug bei Sky)
Eren Dinkci erzielte gegen Hoffenheim sein zweites Saisontor für Werder Bremen.
Dass Werder Bremen in der Bundesliga zum siebten Mal in Folge nicht verloren hat, ist vor allem Füllkrug zu verdanken. Die "Lokomotive", wie Trainer Thioune ihn nennt, zieht den Rest der Mannschaft mit.
"Wenn er das 1:0 mit so einer Überzeugung reinhaut, überträgt das Energie auf die gesamte Mannschaft", betonte Eren Dinkci. Der hatte sich anstecken lassen und in der 82. Minute das vorentscheidende 2:0 im Weser-Stadion erzielt.
Füllkrug hat bei seiner dritten Rückkehr nach Bremen eine Euphoriewelle losgetreten, auf der Werder nun unverhofft oben mitschwimmt in der Bundesliga und die ihm ein Comeback im Nationaltrikot bescheren könnte.
Obwohl er selbst das Thema ausblendet, macht Füllkrug mit jedem Tor kräftig Eigenwerbung für sich und dürfte es Bundestrainer Jürgen Klopp zumindest schwer machen, ihn bei der nächsten Nominierung am 5. November nicht zu berücksichtigen.
Bei aller Füllkrug-Euphorie mussten die Bremer aber bereits nach einer Viertelstunde einen Dämpfer hinnehmen. Mitchell Weiser, der sich nach 14-monatiger Verletzungspause seit einigen Wochen wieder auf den Platz zurück ist und sich fast unverzichtbar gemacht hatte, musste mit muskulären Problemen ausgewechselt werden.
Werders Lauf hält an, doch er ist verletzlich. Das ist allen klar. Umso mehr sind sich die Bremer bewusst, dass sie darum kämpfen müssen, damit er noch eine Weile weitergeht.