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Die Alarmglocken schrillen beim FC Schalke 04. In der Bundesliga rangieren die Gelsenkirchner auf dem Relegationsplatz. Im DFB-Pokal war am Mittwoch nach einem 0:2 gegen Dynamo Dresden Feierabend. Über allem schwebt eine große Problematik: Die Offensive der Knappen ist zu harmlos.
Klammert man den 5:2-Sieg nach Verlängerung gegen den Halleschen FC aus der ersten Pokalrunde aus, erzielte Schalke wettbewerbsübergreifend lediglich vier Tore. Das ist viel zu wenig, will man die Klasse halten und erstklassig bleiben.
Auf dem Transfermarkt schauen sich die Lenker des Klubs deshalb für den Winter nach einem neuen Knipser um. Dieser soll möglichst günstig, aber treffsicher sein. Gerade im Januar ein nahezu unmögliches Unterfangen.
Zudem befinden sich im Kader der Schalker mit Edin Dzeko (40), Moussa Sylla (26), Hee-chan Hwang (30), Bryan Lasme (27) und Junior Adamu (25) allesamt Mittelstürmer mit verschiedenen Profilen. Fraglich, ob mit begrenztem Budget ein Qualitätsspieler verpflichtet werden kann, der besser ist als das vorhandene Personal.
Lauscht man den Worten von Miron Muslic, könnte man zwischen den Zeilen eine ähnliche Sichtweise vermuten. „Ich muss die Stürmer in Schutz nehmen. Es ist eine kollektive Aufgabe der Mannschaft“, erklärte der Cheftrainer nach dem Pokalaus gegen Zweitligist Dynamo. Abschlussstarke Stürmer sind durchaus da, das Problem liegt tiefer.
Die Statistik ist deutlich. In der Bundesliga gibt Schalke am wenigsten Schüsse ab. Insgesamt stehen nur 67 Versuche für den Traditionsklub aus Gelsenkirchen zu Buche. Damit liegt man hinter Aufsteiger SV Elversberg (69) und dem Hamburger SV (71). Wahrscheinlich ein Resultat aus einer anderen Statistik, in der die Schalker auf Rang 18 liegen.
Bei den „erfolgreichen Pässen aus dem laufenden Spiel (%)“ führt die offizielle Seite der Bundesliga die Schalker ebenfalls auf dem letzten Tabellenplatz. Nur 72,9 Prozent der Pässe kommen beim Mitspieler an. Das ist gravierend weniger als beim Vorletzten Union Berlin (76,4 Prozent) und dem Drittletzten Hamburger SV (78,9 Prozent).
Und genau da liegt der Hund begraben. Zu wenig Kreativität, zu wenig herausgespielte Chancen, zu wenig Präzision im Passspiel. Funktioniert das nicht, hilft auch kein neuer Stürmer. Denn auch Neuzugänge müssten von den Teamkollegen ausreichend in Szene gesetzt werden, um zum Torerfolg zu kommen.
Wendet Schalke das knappe Budget für einen weiteren Stürmer auf, würde man versuchen, die Symptome zu bekämpfen und nicht die Ursachen. Bei einem Klub, bei dem schon vor dem ersten Spieltag klar war, dass es um den Klassenerhalt geht, kann eine Investition an der falschen Stelle über den restlichen Saisonverlauf entscheiden. Daher sollten die Verantwortlichen mit Bedacht auf dem Transfermarkt agieren.