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Wie gegen den FC Bayern: Diesmal Karetsas - BVB jubelt auch gegen Betis dank seiner Joker

Anderer Wettbewerb, gleiche Heldengeschichte: Wie in der Bundesliga bei Bayern München sorgte ein eingewechselter Profi beim 2:1 (0:0) in der Champions League gegen Betis Sevilla für wichtige Punkte für Borussia Dortmund.

Konstantinos Karetsas gelang in der 72. Minute der entscheidende Treffer, der dem BVB bereits den dritten Sieg in der Gruppenphase in dieser Königsklassensaison und Betis die erste Niederlage bescherte. Der Grieche war im ersten Durchgang für den verletzten Serhou Guirassy eingewechselt worden, sein Sturmpartner Fabio Silva sorgte zu Beginn der zweiten Halbzeit für die Führung (49.). Aitor Ruibal traf zum zwischenzeitlichen Ausgleich.

"Ich habe ehrlich gesagt kaum Anweisungen bekommen, weil ich da gerade von der Toilette kam", gab Joker Karetsas nach Abpfiff lachend im DAZN-Interview zu. "Ich könnte gerade nicht glücklicher sein."

BVB verpasst gute Chancen zur frühen Führung

Gegen den FC Bayern hatte der BVB in den Schlussminuten noch einen Punkt geholt, und dieser Rückenwind war auch in der Anfangsphase gegen Betis zu spüren. Nach seinem Tor zum 2:2-Endstand bekam Silva wieder eine Chance in der Startelf, Niko Kovac setzte auf eine Doppelspitze mit Guirassy. Der hatte die Großchance zur ganz frühen Führung, ließ sie nach perfekter Flanke von Julian Ryerson aber liegen (3.).

Es gab dann nach einem Ballverlust von Jobe Bellingham eine Schrecksekunde, denn Betis konterte schnell und Antony traf zum vermeintlichen 1:0 - doch die Fahne ging nachträglich hoch, Vorlagengeber Troy Parrott hatte knapp im Abseits gestanden (14.). Danach gab es die mit Abstand größte Chance, zum dritten Mal spielte Nico Schlotterbeck diagonal auf Ryerson, der wieder präzise flankte, doch Daniel Svensson bekam den Ball aus sechs Metern nicht über die Linie, Alvaro Valles parierte (21.).

Erst Stillstand nach Guirassy-Aus, dann trifft Silva

Ab diesem Moment gab es einen Bruch im Spiel, beide Mannschaften leisteten sich viele Ballverluste und es gab kaum noch Höhepunkte. Dann wurde auch noch die BVB-Taktik über den Haufen geworfen, weil Guirassy bereits in der 34. Minute verletzungsbedingt ausgewechselt werden musste. Kovac brachte mit Karetsas einen ganz anderen Spielertypen, diese Veränderung machte sich auch im Spiel bemerkbar, zunächst ging nach vorne nicht mehr allzu viel - was sich in der zweiten Halbzeit schlagartig änderte.

Dortmund stürmte sofort los und Betis konnte dem Druck nicht lange standhalten. Zum wiederholten Male zeigte Ryerson seine enorme Qualität bei Flanken, diesmal brachte er den Ball genau auf Bellingham, dessen Schuss Valles halten konnte, doch Silva staubte ab zur verdienten Führung (49.). Kurz danach hatte Karetsas den nächsten Abschluss, Valles bewahrte sein Team vor noch Schlimmerem (51.).

Aus dem Nichts lässt BVB Betis zweimal gewähren

Der BVB ließ Sevilla gar nicht zur Entfaltung kommen, jeder Konter wurde frühzeitig im Keim erstickt, nach einer Stunde hatten die Dortmunder Spieler sechs Kilometer mehr auf dem Tacho als ihre Gegner. Doch das Ergebnis blieb knapp, weil Svensson auch seine zweite hochkarätige Chance verpasste, als er nach einer Hereingabe von Bellingham den Ball nicht perfekt traf (63.).

Urplötzlich musste Gregor Kobel sein Team vor dem Ausgleich bewahren, als Angel Ortiz frei vor ihm auftauchte (66.). Der BVB hätte in dem Moment gewarnt sein müssen, doch der Warnschuss hatte keinerlei Effekt, Sekunden später fiel das 1:1. Betis-Joker Aitor Ruibal bekam den Ball perfekt vorgelegt und verwandelte fünf Minuten nach seiner Einwechslung (67.). Die Borussen waren damit drauf und dran, sich um den verdienten Lohn ihrer Arbeit zu bringen.

Karetsas schießt Dortmund zum verdienten Sieg

Die Gastgeber versuchten, zurückzuschlagen - und das mit ihrer größten Waffe: den Flanken von Ryerson. Zum wiederholten Male brachte er den Ball genau dorthin, wo er hin muss, Bellingham kam zum Kopfball aus sechs Metern, doch er platzierte ihn nicht gut genug, so konnte Valles halten (70.). Und dann klappte es tatsächlich ohne Ryerson, Karetsas bekam kurz vor dem gegnerischen Strafraum den Ball, legte ihn sich mit einem perfekten ersten Kontakt hin und erwischte Sevillas Torhüter auf dem falschen Fuß - 2:1 (72.).

Zehn Minuten später hatte Dortmund ganz großes Glück, dass das 2:2 nicht fiel, weil Abde Ezzalzouli irgendwie das Kunststück hinbekam, den Ball nach einem Eckstoß nicht aus zwei Metern über die Linie zu drücken (82.). Über die Linie rettete deswegen der BVB das Ergebnis, und das auch hochverdient. So verschaffte sich Dortmund auch weiteres Selbstvertrauen für die Bayern-Jagd in der Bundesliga, in der es vor der Länderspielpause gegen die SV Elversberg (07.11., 15.30 Uhr) weitergeht.

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