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Dawoud und Darius Jalinous jagen beim SV-DJK Wittibreut in der Kreisliga Isar-Rott den Toren hinterher, Juliana spielt beim DJK-SV Geratskirchen in der Landesliga Süd. In dieser Familie dreht sich fast alles um den Fußball...
Dawoud „Woody“ Jalinous (27) hat schon einiges erlebt. Seine Fußballreise führte ihn vom ASV-DJK Stubenberg – hier ist er aufgewachsen, geboren in Eggenfelden – über den SV Wacker Burghausen und Red Bull Salzburg bis zum FC Augsburg. Und weiter als Profi-Kicker auf dem Balkan. „Ich habe da mit Fußball mein Geld verdient.“
Bei NK Osijek, NK Brda, Rudeš Zagreb, ND Primorje, ND Bilje und Tabor Sezana. Seine Qualitäten: die Vielseitigkeit in der Offensive. Er kann Links- und Rechtsaußen, sich auf der Zehn und im Sturm durchschlagend einbringen.
Warum heute in der Kreisliga Isar/Rott? Während der Sommer- und Winterpausen durften sein Bruder und er beim SV-DJK Wittibreut mittrainieren, um fit zu bleiben, daraus hat sich eine starke Verbindung entwickelt. „Wir wollten etwas zurückgeben“, erklärt Darius (29). Er war nach den ersten beiden gemeinsamen Stationen beim FC Ingolstadt 04, ehe es ebenfalls nach Südosteuropa ging – zu Hrvatski Dragovoljac, NK Brda, Rudeš Zagreb, ND Bilje, ND Nova Gorica. „Wir waren extrem lange hier unterwegs und haben viele Vereine gesehen. Der Fußball ist wunderschön, wenn es läuft, aber die Kehr- und Schattenseiten werden oft übersehen“, verdeutlicht Dawoud.
Ihre Entscheidung für später: die Bayerische Polizei. Beide befinden sich derzeit in der Ausbildung. „Es ist für uns die beste Option nach dem bezahlten Fußball gewesen, weil wir hier Sport und Beruf super miteinander verbinden können“, erklärt Dawoud. Auch diesen Weg haben sie zusammen eingeschlagen. Und sind gerade richtig im Stress, Bald stehen die schriftlichen Prüfungen an, Anfang 2027 die mündlichen.
Und beim SV-DJK Wittibreut? Sportlich läuft es top. Dawoud hat in dieser Spielzeit fünfmal genetzt, traf zuletzt beim 8:1 gegen FC Bonbruck-Bodenkirchen doppelt, Darius hat bereits 14 Tore erzielt, er schenkte „Bo-Bo“ gleich vier Buden ein. Überheblichkeit wegen der besseren Quote? Fehlanzeige. „Mein Bruder hat ja einige Treffer vorbereitet und seine Assists sind mindestens genauso wichtig, um erfolgreich zu spielen. Er hat außerdem eine Kreuzbandverletzung hinter sich. Ich bin mir sicher, dass noch einiges kommt und er zweistellig abschließen wird“, erklärt Darius. Und ihn, der Mittelstürmer spielt, weiter so glänzend mit präzisen Bällen bedienen wird.
Mit den „Easyridern“ um Spielertrainer Christoph Behr, früher Drittliga-Profi beim SV Wacker Burghausen, steht das Brüder-Duo derzeit an der Spitze der Kreisliga Isar/Rott. Der Aufstieg in die Bezirksliga West wäre der erste der Vereinsgeschichte und damit der größte Erfolg überhaupt. „Wir haben eine hervorragende Qualität im Kader. Wenn wir die auf den Platz bekommen, dann kann uns keiner schlagen“, betont Dawoud. Trotzdem gelte: „Wir müssen von Spiel zu Spiel denken. In dieser Klasse kann jeder jeden schlagen. Aber natürlich: Wer zur Halbzeit oben steht, möchte am liebsten bis zum Ende oben bleiben“, hofft Darius, dass es reichen wird.
Dass Fußball nicht nur Brüder zusammenschweißt, sondern auch Ehe stiften kann, zeigte die Geschichte von Dawoud und Juliana. Sie schaute ihm beim Fußballspielen zu, dann liefen sich beide im Volksfest über den Weg, kamen ins Gespräch – und seitdem sind sind ein Paar. Am 5. August 2025 läuteten die Hochzeitsglocken.
Die 28-Jährige – sie ist beruflich in der Privatabrechnung für Ärzte und Krankenhäuser tätig – hat in ihrer Freizeit ebenfalls nur das runde Leder im Kopf – und sich vor Beginn dieser Spielzeit entschlossen: Raus aus der Kreisliga bei der SG Triftern, rein in die Landesliga Süd bei der DJK-SV Geratskirchen. Sehr gewagt, aber ein sehr geglückter Schritt.
Wie ihr Ehemann spielt „Juli“ auf den Außenbahnen und bringt viel Tempo mit. Dawoud, der, so oft es geht, dabei ist: „ Ein Treffer ist ihr zwar noch nicht gelungen, aber sie hat wieder viel mehr Spaß am Fußball und einen Mega-Sprung gemacht, gerade im taktischen Bereich, auch weil sie so viel Spielzeit bekommt.“ Irgendwann werden sich ihr Fleiß, ihre Extraschichten und die Tipps ihres Ehemanns und Schwagers auch in Treffern bezahlt machen.
Der familiäre Zusammenhalt ist groß, vor den Partien unterstützen sich die drei gegenseitig und wünschen einander Erfolg. „Wir alle sind zielstrebig, wollen besser werden, immer gewinnen. Umso schöner ist es dann, wenn wir die Punkte auch holen“, so Dawoud.
Sein Bruder und er sind diesen Freitag mit dem SV-DJK Wittibreut als Tabellenführer in der Kreisliga Rottal-Inn gegen den SV Hebertsfelden gefordert, Juliana am Samstag in der Landesliga Süd beim Mitaufsteiger FC Loppenhausen, um vom Tabellenende wegzukommen. „Unser komplettes Leben ist wahnsinnig fußballgesteuert.“ Dawoud, seine „Herzdame“ Juliana und Darius. Bei der Familie Jalinous rollt die Kugel nicht nur auf dem Platz, sondern gehört ganz selbstverständlich zum Alltag.