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„Wir waren faul“: Jari Pasanen nimmt Starbulls nach Katastrophen-Wochenende in die Pflicht
So soll es nicht sein: Starbulls-Trainer Jari Pasanen legt viel Wert darauf, dass vor dem Tor aufgeräumt wird.
So soll es nicht sein: Starbulls-Trainer Jari Pasanen legt viel Wert darauf, dass vor dem Tor aufgeräumt wird. © Hans-Jürgen Ziegler

Elf Gegentore in zwei Spielen haben die Starbulls Rosenheim in der DEL2 aus dem Tritt gebracht. Trainer Jari Pasanen spart deshalb nicht mit Kritik an seinem Team. Vor dem schweren Auswärtsspiel in Dresden gibt es aber auch gute Nachrichten.

Rosenheim – Finden die Starbulls Rosenheim zurück in die Spur? Nach dem Null-Punkte-Wochenende gegen Weiden und Weißwasser steht für Rosenheims Eishockeyspieler nun das Wochenende der Liganeulinge auf dem Programm: Am Freitag (23. Oktober) um 19.30 Uhr gastieren die Starbulls bei Absteiger Dresden, am Sonntag (25. Oktober) um 17 Uhr ist DEL2-Aufsteiger Memmingen an der Mangfall zu Gast.

Nach Katastrophen-Wochenende: So erklärt Trainer Jari Pasanen die vielen Gegentore

Die Ausgangslage: Die Stimmung im Fanlager kippt allmählich. Die Stimmen gegen Trainer Jari Pasanen werden lauter, die Kritik an den Entscheidungen des Trainers nimmt zu. Bei der Heimniederlage gegen Weißwasser ließen die Fans ihrem Unmut mit Pfiffen freien Lauf. Pasanen selbst behält aber einen kühlen Kopf – und kann den Frust der Fans verstehen. „Wir haben schlecht gespielt. Dass die Fans pfeifen, ist ihr Recht, und es ist sogar gut, dass sie so etwas tun. Es war teilweise nicht akzeptabel, was wir gegen Weißwasser geliefert haben – und das zu Hause“, nimmt Pasanen seine Mannschaft in die Pflicht.

Die Vorgeschichte: Elf Gegentore mussten die Starbulls in den letzten zwei Spielen hinnehmen. Ein großer Unterschied zur Vorwoche, als Rosenheim in zwei Spielen nur einen Gegentreffer hatte schlucken müssen. Doch wie kann es sein, dass die Mannschaft in nur einer Trainingswoche alles verlernt, was zuvor so gut geklappt hatte? „Die können ja in einer Woche nicht alles vergessen“, versteht auch Pasanen die Leistungen nicht. Für den Deutsch-Finnen war es „eine Co-Produktion aller Mannschaftsteile“. Alle Spieler seien an den Gegentoren beteiligt gewesen. „Teilweise waren wir beim Backcheck faul und haben die Stürmer nicht gestoppt. Die Verteidiger haben den Box-out nicht gut gemacht und hatten vor dem Tor keine Schlägerkontrolle. Die Stürmer hätten sicherlich auch ein paar Schüsse blocken können“, holt Pasanen weit aus und fügt an: „Wahrscheinlich war die Gefühlswelt nach dem Sechs-Punkte-Wochenende zu positiv. Wenn paar Prozente fehlen, dann hat der Gegner Oberhand – und das haben wir bitterböse erleben müssen.“

Ein Auf- und ein Absteiger als Gegner

Die Gegner: Da kommt es ungelegen, dass Rosenheim am Freitag ausgerechnet nach Dresden reisen muss. Die Eislöwen haben nach dem Abstieg einen schlagkräftigen Kader zusammengestellt und gelten als einer der Favoriten auf den Titel, wenngleich der Absteiger bisher nur auf dem sechsten Tabellenplatz rangiert. „Das ist eine absolute Topmannschaft. Das ist das gleiche Kaliber wie Düsseldorf“, weiß auch Pasanen. Das große Problem bei den Eislöwen ist die Defensive. Mit 36 Gegentoren stellt Dresden die zweitschlechteste Abwehr der DEL2. „Ich weiß nicht, ob es das Zusammenspiel Torwart und Verteidiger ist oder nur der Torwart. Das Hauptaugenmerk bei Dresden war in dieser Woche sicherlich auch die Verteidigung“, erklärt Rosenheims Coach.

Sonntagsgegner Memmingen rangiert in der Tabelle mit einem Zähler mehr direkt vor Rosenheim. Der Aufsteiger hat mit einem Sieg in Dresden und einem Punktgewinn in Kassel für Aufsehen gesorgt, wartet aber seit fünf Partien auf einen Dreier. „Das ist eine gute Mannschaft“, sagt Pasanen und erklärt: „Sie haben einen Torwart aus der DEL und gute Ausländer geholt, zudem die Top-Leute und ihren Trainer behalten. Dadurch haben sie sehr gut angefangen. In den letzten paar Spielen haben sie vielleicht nicht die Resultate geholt, die sie wollten, aber es gibt keine schlechte Mannschaft in dieser Liga.“

Ein Augenmerk auf die Disziplin

Die Starbulls-DNA: In Dresden steht kein Spieler mit Rosenheimer Vergangenheit im Kader. Mit Leon van der Linde und Ludwig Nirschl gibt es bei Memmingen hingegen zwei Ex-Rosenheimer.

Die Statistik: Rosenheim ist die Mannschaft mit den wenigsten Unterzahlsituationen der gesamten Liga. Erst 26 Mal mussten die Starbulls in den ersten zehn Spielen mit einem Mann weniger ran. Auf Disziplin legt Pasanen auch großen Wert: „Ich habe kein Problem damit, dass wir hart spielen, meinetwegen können auch die Handschuhe fallen. Aber die Schlägerfouls sind unnötig, die braucht man nicht. Ich habe der Mannschaft die Nachricht mitgegeben: ‚Wenn eine Strafzeit kommt, dann soll der Gegner auch mitgehen.‘“

Drei Angeschlagene, aber alle Mann an Bord

Die Personalien: Alle Mann an Bord hat Pasanen für die Auswärtsfahrt nach Sachsen. Zwar sind laut dem Starbulls-Coach drei Spieler angeschlagen, doch „es ist positiv, dass alle trotz Wehwehchen spielen wollen.“ Damit dürfte auch Keaton Mastrodonato in das Aufgebot zurückkehren und wieder neben Jordan Bellerive und Scott Feser stürmen. Damit kehrt auch Pasanen zu den Reihen von Beginn der Vorbereitung zurück. „Zurzeit sehe ich keinen Grund, das zu wechseln“, erklärt er, verrät aber auch, wieso er seine Reihen dennoch öfter umstellt: „Wenn die Wehwehchen zu groß sind und ein Spieler seine Rolle nicht erfüllen kann, dann muss ich wechseln. Es gibt immer wieder kleinere Verletzungen, das ist ganz normal.“

In der Verteidigung bilden Shane Hanna und Erik Ullman das Top-Pärchen. „Erik und Shane spielen in Überzahl zusammen, dann macht es natürlich auch Sinn, dass sie auch bei Fünf-gegen-Fünf zusammenspielen.“ Kevin Marx Noren rutscht dafür zu Maximilian Adam, Sean Giles und Ryan McKiernan bilden das dritte Duo. Das Tor wird Christopher Kolarz hüten.

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