Zurück
Freud und Leid liegen manchmal so nah beieinander. Beim 1:1 (0:1) des VfL Wolfsburg gegen den VfL Bochum besorgte Fabian Reese per Traumtor die frühe Wölfe-Führung (2.), spielte aber auch den Fehlpass vor dem Bochumer Ausgleich durch Sean Klaiber (63.). Die Niedersachsen verpassten durch das vermeidbare Remis den Sprung auf Rang 2 der 2. Bundesliga und könnten im Falle eines Nürnberger Erfolges an Boden im Aufstiegskampf verlieren. Hinten heraus hatten sie noch Pech mit einer Handspiel-Entscheidung.
Eigentlich war die Partie aber gut losgegangen. Es schüttete am Freitagabend im Ruhrstadion wie aus Kübeln. Bochums angezählter Trainer Uwe Rösler sprach zuvor von Stürmer-Wetter, weil immer ein Ball durchrutschen könne. Und es dauerte nur Sekunden, bis Reese den VfL Wolfsburg in Front gebracht hatte.
Reese, der Top-Vorlagengeber der Wölfe, zeigte, dass er der besten Offensive der Liga auch mit Toren helfen kann – und mit was für welchen. Es war ein Augenschmaus, wie der Flügelspieler per Direktabnahme den Bochumer Keeper Timo Horn überwand. Der Ball titschte auf nassem Rasen noch auf. Und Röslers Prophezeiung wurde zum Nachteil für seine Mannschaft.
Danach entwickelte sich eine muntere Partie. Mats Pannewig zielte nur Sekunden nach der VfL-Führung am Wolfsburger Tor vorbei. Alexander Bernhardsson hätte kurze Zeit später auf 2:0 stellen können. Seinen abgefälschten Fernschuss kratzte Horn unfassbar stark noch über die Latte. Joakim Maehle stand bei einem Kopfball auf einmal völlig frei, vergab aber. Und Bochums Berkan Taz verdaddelte in zwei Situationen den Ausgleich.
Die wohl bemerkenswerteste Szene vor der Pause passierte aber aufgrund einer Verletzung. Nach einem Zweikampf mit Bochums Stürmer Philipp Hofmann quälte sich Sechser Vini Souza erst noch ein paar Minuten durch, ehe er in der 43. Minute durch Kapitän Maximilian Arnold ersetzt wurde. Damit war die siegreiche Formation aus dem Heidenheim-Spiel gesprengt, denn Trainer Tobias Strobl hatte im Vergleich zur Woche zuvor keine Änderungen in seiner Startelf vorgenommen.
Bochum: Horn – Klaiber (90. Karademir), Steinwender, Mets, Wittek – Pannewig, Meyer – Miyoshi (73. Rasmussen), Taz (73. Steuckers), Holtmann (83. Ouro-Tagba) – Hofmann (83. Hanslik).
Wolfsburg: Wellenreuther – Kumbedi, Wahl, Cleiton, Maehle – Gerhardt (66. Rexhbecaj), Vini Souza (43. Arnold) – Bernhardsson (66. Besio), Damar (88. Shiogai), Reese – Glatzel.
Schiedsrichter: Eric-Dominic Weisbach (Halle/Saale).
Tore: 0:1 Reese (2.), 1:1 Klaiber (63.).
Gelbe Karten: – / Kumbedi, Rexhbecaj
Zuschauer: 21.515 Zuschauer im Ruhrstadion.
Die Grün-Weißen lösten die Aufgabe im Ruhrpott weitgehend abgeklärt gegen erstarkte Bochumer, die deutlich offensiver und mutiger agierten als zuletzt. Die Minuten nach dem Seitenwechsel gehörten zwar ganz und gar dem gastgebenden VfL, aber die Wolfsburger überstanden diese knifflige Phase unbeschadet. Bis zur 63. Minute.
Dann landete der Ball nach einem Reese-Fehlpass bei Bochums Außenverteidiger Klaiber. Und der 32-Jährige drosch den Ball am chancenlosen Wellenreuther vorbei in die Maschen.
Nun spielten vor allem die Bochumer. Die „Wölfe“ agierten zu passiv. Torgefahr entwickelten sie kaum noch. Strobl reagierte mit einem Doppelwechsel, brachte Elvis Rehbecaj und Alessio Besio für Yannick Gerhardt und Bernhardsson in die Partie.
Doch am gefährlichen Trend der Begegnung änderte das nichts. Einer zaghaften Torannäherung von Muhammed Damar hatten die Bochumer zwei gefährliche Strafraumszenen entgegenzusetzen. Wellenreuther musste einmal in höchster Not raus aus seinem Kasten.
Die Hausherren drängten mehr auf den Sieg, Strobls Team blieb ob seiner individuellen Klasse aber bis zum Schluss in Lauerstellung auf drei Punkte, war aber letztlich zu wenig zwingend und hatte dann bei der einzigen gefährlichen Aktion der Schlussphase Pech, dass der VAR genau hinsah. Nach einem Patzer von Bochums Verteidiger Karol Mets hatte der eingewechselte Shiogai den Ball zwar wunderbar im Tor untergebracht, ihn auf dem Weg dorthin aber strafbar mit dem Oberarm gespielt.
Am kommenden Samstag kommt der VfL Osnabrück an den Mittellandkanal (13 Uhr, VW-Arena). Zuvor sind die Wölfe am Mittwoch (18 Uhr) bei Bundesligist Freiburg gefordert.
red