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Endlich an der Spitze des Weltfußballs! Am späten Montagabend vergab die Fußball-Fachzeitschrift „France Football“ den prestigeträchtigen Ballon d’Or an Bayern-Stürmer Harry Kane. 30 Jahre nach Matthias Sammer gewinnt damit wieder ein Spieler aus der Bundesliga den Preis für den besten Fußballer der Welt.
Doch so groß die Freude in München und in der Bundesliga auch ist: Der richtige Gewinner ist das nicht. Harry Kane ist zweifelsohne ein überragender Torjäger. Aber der beste Fußballer? 2026 gewinnt beim Ballon d’Or die Statistik, nicht der Fußball. Ein Kommentar.
📌 Die Ballon-d’Or-Top-5
- Platz 1: Harry Kane
- Platz 2: Kylian Mbappe
- Platz 3: Lamine Yamal
- Platz 4: Rodri
- Platz 5: Lionel Messi
73 Tore in einer Saison sind eine Hausnummer, daran gibt es nichts zu rütteln. Wer Tore übermäßig stark für den Titel wertet, der kam an dem Engländer nicht vorbei. Doch aus meiner Sicht sollte der Ballon d’Or keine Auszeichnung für einen Torschützen sein.
Da halte ich es ein wenig mit Lamine Yamal, auch wenn er natürlich nicht ganz uneigennützig sagte: „Ich finde, der Ballon d’Or sollte an den besten Spieler der Welt gehen. Nicht an einen Spieler, der 80 Tore geschossen hat […]. Das sind zwei ganz unterschiedliche Dinge.“ Die Frage nach dem besten Fußballer der Welt lässt sich nicht einfach pauschal mit Toren beantworten. Dafür gibt es den Goldenen Schuh, den Kane verdient gewonnen hat. Aber ist er damit auch der beste Spieler des Planeten?
Redakteur Sport
Marco wurde am Rande des Ruhrgebiets in Bergkamen geboren. Nach einem fünfjährigen Abstecher nach Hamburg (hier studierte er Sportjournalismus) kehrte er für DER WESTEN in den Pott zurück. Gestartet als Sport-Volontär, beschäftigt er sich inzwischen als Redakteur tagtäglich mit den wichtigen Dingen des Sports – vornehmlich Borussia Dortmund, Schalke 04 und der Formel 1. Privat ist er zudem großer Fan der NFL und hofft, in naher Zukunft einen Super-Bowl-Sieg der Green Bay Packers bejubeln zu dürfen. More by Marco Hintermüller
In einer Statistikschlacht ist ein Spieler wie Spaniens Rodri (Platz 4) chancenlos. Dabei war er bei der WM der Taktgeber eines ganzen Turniers: Er lenkte das Spiel des Weltmeisters mit einer Passquote von mehr als 93 Prozent und wurde dafür von der FIFA zum besten Spieler des Turniers gewählt. Was er auf dem Platz leistet, taucht in keiner Torstatistik auf, aber ohne ihn funktioniert Spanien nicht. Und dann ist da Lamine Yamal (Platz 3): Mit 19 Jahren nimmt er auf dem Flügel seine Gegner so auseinander, dass er permanent zwei oder drei Spieler bindet und dadurch Räume für sein ganzes Team öffnet. Auch das lässt sich in eigenen Toren nicht messen.
Dazu kommt ein nicht unwesentlicher Faktor: In einem WM-Jahr fehlte dem Bayern-Profi der ganz große Erfolg. Klar, der Ballon d’Or ist ein Einzelpreis, doch zu den Kriterien zählen auch Mannschaftsleistungen und Titel. Kane holte mit den Bayern Meisterschaft und DFB-Pokal, ohne Frage eine starke Saison. Doch bei den Prestigewettbewerben, auf die es in einem WM-Jahr ankommt, reichte es nicht ganz nach oben: In der Champions League war im Halbfinale gegen PSG Schluss, bei der WM ebenfalls im Halbfinale. Währenddessen krönten sich Rodri und Yamal zu Weltmeistern. Ob am Ende Rodri oder Yamal der würdigere Sieger gewesen wäre, darüber kann man streiten. Dass es keiner von beiden war, ist das eigentliche Problem. Ein Weltfußballer sollte gerade in einem WM-Jahr nicht nur in der Statistik glänzen, sondern auch dann, wenn es um alles geht.
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