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Die Überraschung sei nicht, dass er heuer „sauschnell ist“, sagte Marko. Denn das sei er eigentlich schon immer gewesen. „Aber dass er das Optimum rausholt, und wenn es nicht zum Siegen reicht, dann fährt er auf Platzierung.“ Antonelli zeige eine Reife und einen Speed, den man eigentlich von seinem Mercedes-Teamkollegen George Russell erwartet habe.
„Den stellt er aber komplett in den Schatten, und es ist erfrischend, diesen jungen Burschen zu sehen, wie der das Auto fliegen lässt und mit welcher Freude er auch seine Erfolge genießt“, meinte Marko. Im Vorjahr sei das noch nicht so gewesen. Da habe der Italiener noch „viele Fehler gemacht und war nicht so konstant“, wie es zu den europäischen Rennen gekommen ist. In der laufenden Saison sei Russell von Antonelli „abmontiert“ worden. Und das sei „eine unglaubliche Leistung“.
Der ehemalige Berater von Red Bull Racing, Helmut Marko, sprach im ORF-Interview über die Entwicklung bei Verstappen und Co. und das spezielle Saisonfinale.
102 Punkte hat Antonelli vor den letzten sechs Rennen Vorsprung auf seinen ersten Verfolger Russell, dem im zweiten Mercedes mehr und mehr die Luft ausgeht. Der Mann aus Bologna wird schon in Austin Weltmeister, wenn er gewinnt, Russell höchstens Neunter und Ferrari-Star Lewis Hamilton, der 111 Punkte zurückliegt, höchstens Fünfter wird.
Antonelli könnte bereits jetzt als Weltmeister feststehen, wenn die beiden letzten Saisonrennen in Katar und in Abu Dhabi nicht gefahren werden können. Die Formel 1 hält zwar weiterhin daran fest, allerdings gibt es eine Reisewarnung für diese Länder. „Ich glaube, das muss von kompetenter Stelle entschieden werden, wie weit die Sicherheit gegeben ist“, sagte Marko.
Die Reisewarnung „bringt sicherheitstechnisch und versicherungstechnisch Probleme mit sich“. Aber unabhängig davon, ob diese zwei Rennen gefahren werden oder nicht, sei Antonielli ein würdiger Weltmeister. „Ob er es jetzt schon beim nächsten Rennen wird oder später, ändert nichts an der Tatsache, dass hier ein super neues Talent sofort zu Weltmeisterehren kommt“, meinte der 83-jährige Steirer.
Dass es bei Red Bull Racing und Max Verstappen zuletzt wieder bergauf ging, freut Marko. Im Team sei Ruhe eingekehrt und der RB22 sei wieder wettbewerbsfähig. Der vierfache Weltmeister Verstappen (2021, 2022, 2023, 2024) sei wieder motiviert. „Seine letzten drei Rennen, zwei hat er gewonnen, waren unglaublich“, schwärmte Marko. Vor allem von der Präzision und dem Reifenmanagement in Singapur zeigte sich Red Bulls Ex-Motorsportberater beeindruckt. „Er kann das Rennen und auch die Reifen lesen. Das war eines seiner stärksten Rennen.“
Es sei eine Eigenschaft, die speziell Red Bull habe, „das Steuer herumzureißen und aus einem nicht wettbewerbsfähigen oder schwierig zu fahrenden Auto ein Siegesauto zu machen“. Geschafft wurde das mit einem erstmals selbst gebauten Motor. Es sei eine sehr riskante Entscheidung, selbst einen Motor zu bauen. Aber bei der Analyse habe es sich ergeben, dass dem Team eigentlich nichts anderes übrig geblieben ist.
„Von Mercedes hätten wir keinen Motor bekommen. Renault war zu dem Zeitpunkt nicht wettbewerbsfähig. Honda ist ausgestiegen, ist dann wieder zurückgekommen. Aber wie man jetzt sieht, war das die richtige Entscheidung und ist eine ganz, ganz tolle Leistung“, sagte Marko. Er selbst sei in der Entscheidungsphase noch „maßgebend beteiligt“ gewesen. „Aber der Aufbau des Teams, die Rekrutierung dieser Mannschaft und in weiterer Folge die Weiterentwicklung“, das gehe allein auf die Kappe von Ex-Teamchef Christian Horner, den Marko zuletzt noch scharf kritisiert hatte.