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"Topgeiles Gefühl" - LASK jubelt über CL-Sensation
Mehrere Spieler von LASK feiern auf dem Spielfeld ein Tor, während eine Kamera sie filmt.
© APA/AFP/FILIPE AMORIM

Lissabon war für den LASK wieder einmal eine Reise wert. Nach zwei Enttäuschungen zum Auftakt der Fußball-Champions-League brachen die Linzer am Mittwoch bei Sporting Lissabon mit dem 3:2-Erfolg den Bann und schrieben erstmals in der Clubgeschichte in der Königsklasse an.

Lissabon war für den LASK wieder einmal eine Reise wert. Nach zwei Enttäuschungen zum Auftakt der Fußball-Champions-League brachen die Linzer am Mittwoch bei Sporting Lissabon mit dem 3:2-Erfolg den Bann und schrieben erstmals in der Clubgeschichte in der Königsklasse an. "Das war eine unserer besten Leistungen", schwärmte Coach Dietmar Kühbauer, dessen Truppe sich bei den favorisierten Portugiesen trotz des frühen Rückstands mit viel Selbstvertrauen präsentierte.

0:1 bei AEK Athen, 3:6 zuhause gegen Liverpool - die Erwartungen an den LASK im Duell mit Portugals Vizemeister waren eher zarter Natur gewesen. Doch der Auftritt geriet zu einer runden Vorstellung der Gäste, die sich auch von einem veritablen Fehlstart, fragwürdigen Entscheidungen der Unparteiischen und dem Verlust von Goalie Lukas Jungwirth zu Beginn der zweiten Hälfte (52.) nicht aus der Ruhe bringen ließen. Als Lohn verließ der LASK wie schon beim 4:1 in der Europa-League-Quali im Oktober 2020 das Stadion Jose Alvalade als Sieger.

Vier Fußballspieler in roten Trikots jubeln nach einem Tor im Stadion vor Publikum.
© APA/AFP/FILIPE AMORIM

"Die Reaktion war super", befand Sasa Kalajdzic, einer der drei Linzer Torschützen, im Rückblick auf jenen Elfmeter in der fünften Minute, den Luis Suarez zur Führung für die Gastgeber verwertet hatte. Dass Nestory Irankunda davor bei Robert Ljubicic eingefädelt hatte und der VAR dennoch nicht eingriff, blieb vielen unverständlich. "Der Schiedsrichter war heute nicht wirklich in Form, das war kein Elfer", stellte Kalajdzic klar.

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Kühbauer-Lob für starkes Pressing

Auch aus Kühbauers Sicht war der Strafstoß "sehr hart", wie der Burgenländer zu Protokoll gab. Sonst gerne auch einmal sauer auf die Unparteiischen, gab er sich angesichts des Sieges aber versöhnlich. "Nachträglich soll er ihn haben." Wie seine Truppe mit dem Nackenschlag umging, habe ihn aber schwer beeindruckt. "Wenn du dann weißt, dass Sporting bisher kein Spiel verloren hat (3:1 gegen Galatasaray und 2:0 bei RC Lens, Anm.), muss ich der Mannschaft ein unglaubliches Lob aussprechen."

Ein Mann im Anzug steht nachdenklich am Spielfeldrand eines Fußballstadions.
© EPA

Die ersten CL-Punkte einer österreichischen Mannschaft seit dem 1:0 von Sturm Graz über RB Leipzig am 29. Jänner 2025 waren schließlich den Toren von Christoph Lang (15.), Kalajdzic (63.) und Krystof Danek (68.) zu verdanken, strukturell gesehen aber der aggressiven und gut abgestimmten Arbeit gegen den Ball. War man gegen Liverpool eine Woche zuvor damit noch überfordert, setzte man die Hausherren diesmal über weite Strecken erfolgreich unter Druck. Die Stärken am Ball konnten die Portugiesen so zu selten ausspielen, gute Chancen der Grün-Weißen waren Mangelware.

Für Kühbauer war das auch "der Unterschied. Gegen Liverpool sind wir zu tief in den Räumen gestanden. Wenn wir höher pressen, dann haben sie ihre Probleme. Das ist sehr viel Laufarbeit, aber sie wollten hier nicht als Verlierer vom Platz gehen", meinte der 55-Jährige. Alle drei Treffer entsprangen Ballgewinnen der Gäste, erstmals profitierte davon Lang. "Ein Traum, der in Erfüllung geht", sagte der ÖFB-Teamstürmer zu seinem ersten Treffer in der Königsklasse.

Kalajdzic: "Topgeiles Gefühl"

Er und seine Teamkollegen mussten auch zu Beginn der zweiten Hälfte einen kleinen Schock verdauen. Jungwirth ging nach einem Crash mit Suarez vor dem Strafraum vom Platz - eine Sicherheitsmaßnahme im Hinblick auf eine mögliche Kopfverletzung. "Natürlich war es eine Schrecksekunde für uns", erzählte Kühbauer. "Er wollte wieder spielen, aber die Entscheidung des Doktors war die richtige." Kalajdzic hätte sich in dieser Situation Gelb für Suarez gewünscht. Sein Fazit: "Jeder Blödsinn gegen uns ist gepfiffen worden, aber für uns wird teilweise nichts gepfiffen. Deswegen bin ich so stolz auf die Mannschaft, weil wir uns mit allem gewehrt haben."

Nachdem er und Danek die Partie gedreht hatten, fand Sporting weiterhin kaum Lösungen und kam durch Suarez denkbar spät trotzdem noch zum Anschlusstreffer (89.). Auch da agierte der VAR kritikwürdig, weil ein vorangegangenes Foul an Alessandro Schöpf nicht in Erwägung gezogen wurde. Schließlich überstand der LASK auch die achtminütige Nachspielzeit und nahm die verdienten Punkte in den Flieger mit.

Daran gab es auch für Sporting-Verteidiger Maxi Araujo nichts zu rütteln. "Sie haben einen sehr guten Defensivblock aufgebaut, sie haben verdient gewonnen", erklärte Uruguays WM-Teilnehmer. "Wir hatten drei Ballverluste und haben drei Gegentore kassiert", stöhnte sein Trainer Rui Borges. Nach drei Runden befindet sich der LASK als 24. nun sogar im Bereich der Play-off-Plätze. Vorerst gilt der Fokus freilich dem Bundesligaschlager am Sonntag zuhause gegen Salzburg, am 3. November darf man dann im Heimspiel gegen Slovan Bratislava auf Punktezuwachs am CL-Konto hoffen.

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