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Das Alleinstellungsmerkmal des FC Bayern hat bedenkliche Makel

Der FC Bayern ist zwar als einziger Klub aus Europas Top-5-Ligen noch ungeschlagen, zu diesem frühen Zeitpunkt der Saison aber dennoch verwundbarer als in der Vorsaison.

In der vergangenen Spielzeit gelang dem FC Bayern Historisches: Mit 16 Siegen am Stück legten die Münchner den besten Saisonstart der Geschichte in Europas Top-5-Ligen hin und brachen damit einen über 30 Jahre alten Rekord von der AC Milan. Die Italiener waren 1992/93 mit 13 Siegen hintereinander in die Saison gestartet. Den ersten Punktverlust erlitt der FC Bayern damals erst am 8. November bei einem 2:2 in der Bundesliga gegen Union Berlin.

Ein derartiger Lauf war in dieser Saison schon früh unmöglich: Bereits im vierten Pflichtspiel kamen die Münchner in der Bundesliga nicht über ein 0:0 gegen den FC Schalke 04 hinaus. Nach mittlerweile 13 Partien stehen vier Punktverluste, auch gegen den FC Augsburg, Viking Stavanger und den FC Arsenal spielte der FC Bayern nur Remis.

Weil es bis dato aber noch keine Pleite setzte, haben die Münchner aktuell dennoch ein Alleinstellungsmerkmal in Europas Top-5-Ligen: Als einziger Klub sind sie in dieser Saison wettbewerbsübergreifend noch ungeschlagen. Tatsächlich kassierten die Tabellenführer der anderen großen Ligen - der FC Barcelona, Manchester City, Paris Saint-Germain und Inter Mailand - allesamt sogar schon mindestens zwei Pleiten.

FC Bayern wartet seit sechs Spielen auf ein Zu-Null

Der Nimbus des FC Bayern liegt vor allem an der äußerst treffsicheren Offensive. 47 Treffer gelangen schon, das macht im Schnitt 3,6 pro Spiel. Exakt der gleiche Wert wie zum gleichen Zeitpunkt der Vorsaison. Zurückzuführen ist er vor allem auf die überragenden Zahlen der beiden Superstars: Michael Olise hält nach 13 Spielen bei sensationellen 19 Torbeteiligungen, Weltfußballer Harry Kane bei 17. Es besteht eine gewisse Abhängigkeit.

Zumindest kleine Sorgen bereitet derweil der Blick auf die Defensive. Bereits 14 Gegentore bedeuten durchschnittlich mehr als eines pro Spiel. In 13 Pflichtspielen hielten die Münchner insgesamt erst dreimal die Null. In der vergangenen Saison war ihnen das nach der gleichen Anzahl an Partien doppelt so oft gelungen. Bedenklich ist vor allem der Trend: In den vergangenen sechs Pflichtspielen setzte es immer mindestens ein Gegentor, sogar daheim im DFB-Pokal gegen den Zweitligisten 1. FC Magdeburg.

Liegt das vielleicht an fehlender Eingespieltheit? Aktuell gibt es jedenfalls keine klar favorisierte Viererkette. Min-Jae Kim und Jonathan Tah duellieren sich um den Platz neben dem gesetzten Dayot Upamecano. Auf den Außenbahnen bekamen Josip Stanisic, Konrad Laimer, Nathaniel Brown und Alphonso Davies ohne klare Hierarchie ähnlich viele Chancen. Laimer, Brown und Davies wurden aufgrund personeller Engpässe auch schon offensiver benötigt.

In den kommenden Tagen warten zwei große Belastungsproben auf die Münchner Ungeschlagen-Serie. Am Samstag geht es im Topspiel der Bundesliga gegen den härtesten nationalen Rivalen Borussia Dortmund, am Dienstag in der Champions League auswärts gegen Atletico Madrid.

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