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Die Fanszene der SpVgg Unterhaching kündigt einen Stimmungsboykott an. Nach einem Innenraumverbot droht der Konflikt zwischen Fans und Präsidium zu eskalieren.
Unterhaching – Sportlich läuft es bei der SpVgg Unterhaching: Seit zehn Ligaspielen ist das Team ungeschlagen, Spitzenreiter Memmingen im Blick. Abseits des Platzes brodelt es dagegen weiter. Die Ultragruppierung „Classic Squad Unterhaching“ veröffentlichte auf Instagram eine Stellungnahme, die ein tiefes Zerwürfnis zwischen Präsidium und Fanszene offenlegt.
Die Fanszene kündigt an, die Mannschaft bei Heimspielen „bis auf Weiteres“ nicht mehr organisiert zu unterstützen. Auslöser ist ein Schreiben des Präsidiums, das den Fans nach eigener Darstellung am Vortag zugegangen ist. Darin seien sämtliche Akkreditierungen für Innenraum und Tribünen des Sportparks entzogen worden. Außerdem gelte für alle Gruppenmitglieder ein Innenraumverbot.
Anlass der Sanktion war nach Darstellung der Fans eine Choreografie beim letzten Auswärtsspiel in Vilzing (0:0). Unter dem Motto „Back to old Glory“ zündete die Szene Rauchtöpfe in Vereinsfarben, was beim Präsidium offenbar das Fass zum Überlaufen brachte. Der „Classic Squad“ sieht sich durch die Maßnahme stark eingeschränkt: Spieltagsfotos, Zaunfahnen und Choreografien seien „dadurch nahezu ausgeschlossen“. Die Strafe halten die Ultras für unverhältnismäßig. In den vergangenen zehn Jahren sei bei Highlightspielen immer wieder Pyrotechnik gezündet worden, die Konsequenzen seien aber „größtenteils akzeptabel“ gewesen.
Grundsätzlich beschreibt die Gruppe eine spürbare Verschlechterung des Verhältnisses zum Verein, vor allem seit 2025. Statt auf Augenhöhe zu reden, werde überwiegend per Brief kommuniziert. Mündliche Absprachen seien später teils gebrochen oder ignoriert worden. Dazu kommt ein schriftlich vorgelegter Strafenkatalog für „künftiges Fehlverhalten“, den die Fans als „absurd“ bezeichnen. Die aktuelle Sanktion ist demnach die Umsetzung einer dieser angedrohten Strafen.
Die Kritik reicht aber über die eigene Gruppe hinaus. So sei die Nichtteilnahme an der Aufstiegsrelegation erst drei Spieltage vor Saisonende bekannt gegeben worden. Missbrauchsvorwürfe im Nachwuchsleistungszentrum seien bis heute nicht öffentlich aufgearbeitet, und nach dem Abstieg habe es kaum Informationen für die Anhänger gegeben. Besonders schwer wiegt für die Gruppe, dass seit anderthalb Jahren keine Mitgliederversammlung stattgefunden hat, obwohl die Satzung (§ 13) eine solche bis zum Jahresende vorsieht.
Die Ultras fordern, dass das Präsidium die Strafe zurücknimmt, die ordentliche Mitgliederversammlung einberuft und die Kommunikation mit allen Fans verbessert. Gesprächsbereit zeigen sie sich nur „auf Augenhöhe“, weitere Briefe wollen sie ignorieren. Eine Stellungnahme des Vereins liegt bislang nicht vor. Die Darstellungen beruhen daher ausschließlich auf den Angaben der Fanszene. (mig)