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Nach den Verletzten beim Heimspiel gegen Stuttgart will Eintracht Frankfurt die Sicherheitsmaßnahmen verschärfen. Vorstandsvorsitzender Axel Hellmann äußert sich zu den Plänen.
Frankfurt. Der massive Einsatz von Pyrotechnik beim letzten Heimspiel der vergangenen Saison hat bei Eintracht Frankfurt Konsequenzen. Beim 2:2 gegen den VfB Stuttgart am 16. Mai wurden drei Menschen durch Pyrotechnik verletzt , zum Teil schwer. Die Staatsanwaltschaft ermittelt. Bei der Mitgliederversammlung am Montagabend hat der Vorstandsvorsitzende Axel Hellmann die Vorfälle eingeordnet und angekündigt, die Sicherheitsmaßnahmen im Deutsche Bank Park zu verschärfen. Dabei gehe es nicht um Strafen für die Fans, sondern um den Schutz der Stadionbesucher. „Was sich dort ereignet hat, war für alle hier – und ich meine wirklich alle – ein Schock“, sagte Hellmann. Das gelte auch für die aktive Fanszene. Niemand habe damit gerechnet, dass der massive Einsatz von Pyrotechnik zu Verletzten in den eigenen Reihen führen würde.
Der Vorstandsvorsitzende betonte, dass er niemandem aus der Fanszene eine Verletzungsabsicht unterstelle. „Ich bin mir sicher, dass niemand, der daran beteiligt war, die Absicht hatte oder billigend in Kauf nahm, jemanden zu verletzen.“ Zugleich müsse der Verein anerkennen, dass Pyrotechnik in diesem Ausmaß ein nicht beherrschbares Risiko darstelle. „Wir müssen jedoch zur Kenntnis nehmen, dass Pyrotechnik in diesem Ausmaß ein Maß an Fahrlässigkeit erzeugt, das nicht mehr kontrollierbar ist.“
Der Vorstand habe deshalb die Haftungsfragen für sich und den Aufsichtsrat prüfen und ein Gutachten erstellen lassen. Im Mittelpunkt stehe die Frage, welche Verkehrssicherungspflichten der Verein erfüllen müsse. Entscheidend seien die Häufigkeit und Intensität des Pyrotechnik-Einsatzes sowie die daraus abzuleitenden Schutzmaßnahmen.
Am 28. Oktober will Eintracht die Erkenntnisse mit sämtlichen Gremienmitgliedern und dem Fanbeirat ausführlich besprechen. Hellmann stellte klar, dass der Verein nicht auf Druck von Politik oder Behörden reagiere. Vielmehr müsse sich der Vorstand fragen, welche Zustände er verantworten könne.
Konkret will Eintracht die Material- und Dienstleisterkontrollen intensivieren. Zudem soll das Stadion außerhalb von Veranstaltungen künftig geschlossen werden. Bislang war der Deutsche Bank Park abseits von Konzerten und Spieltagen nahezu rund um die Uhr zugänglich. So soll verhindert werden, dass Pyrotechnik bereits vor den Spielen ins Stadion gebracht wird. Auch die Sicherheitstechnik an den Zäunen und die Videoüberwachung sollen überprüft und weiterentwickelt werden.
Hellmann betonte allerdings, dass der Verein den Stadionbesuch nicht unverhältnismäßig reglementieren wolle. „Wir wollen und werden aus dem Deutsche Bank Park keinen Hochsicherheitstrakt machen.“ Die Maßnahmen seien keine Bestrafung, sondern dienten dem Schutz der Besucher.
Der Abschied von Markus Krösche im Video:
Das Maßnahmenpaket sei gemeinsam mit dem Fanbeirat und den Sicherheitsverantwortlichen erarbeitet worden. Dass Veränderungen nur im Dialog gelingen könnten, habe bereits die Ampelregelung gegen Überfüllung im Stehplatzbereich des Unterrangs gezeigt. „Niemand in diesem Saal sollte der Illusion erliegen, dass wir beim Thema Pyrotechnik oder Sicherheit etwas erreichen, wenn wir Maßnahmen per Dekret verordnen“, sagte Hellmann. „Das wird nicht funktionieren.“ Und zumindest in dieser Saison blieb es bisher ruhig.