Apex Scores Lite Apex Scores Lite flag
back Zurück
VfL Bochum: Zwei Halbzeiten, zwei Leistungen – darum tat sich Bochum schwer

VfL Bochum: Zwei Halbzeiten, zwei Leistungen – darum tat sich Bochum schwer

Riesige Freude beim VfL Bochum: Die Mannschaft feiert ausgelassen den Auswärtssieg bei Energie Cottbus.© Robert Michael/dpa | Robert Michael

Dieser Freitag vor Halloween hatte das große Potenzial, für den VfL Bochum zur absoluten Gruselshow zu verkommen. Schon am Morgen ging aus Sicht der Mannschaft nahezu alles schief, was hätte schiefgehen können. Dichter Nebel durchkreuzte die geplante Charterflug-Anreise von Mülheim direkt bis nach Cottbus, ein Start war nicht möglich. Stattdessen ging es kurzerhand nach Mönchengladbach, von dort per Flugzeug nach Dresden und von dort mit dem Bus nach Cottbus. Dabei wollte der VfL mit dem Charterflug sowohl Zeit, als auch Kräfte sparen, um die schwere Auswärtspartie bei Energie Cottbus am Ende einer anstrengenden englischen Woche gut über die Bühne zu bekommen. Ein Satz mit x.

Im Spiel ging es aus Sicht der Mannschaft von Uwe Rösler dann nahtlos weiter mit den Rückschlägen. Erst vergab Koji Miyoshi nach 15 Minuten eine Riesenmöglichkeit zur frühen Führung, dann patzte ausgerechnet der sonst so sichere Rückhalt Timo Horn folgenschwer. Gegen Lucas Copado zögerte er zu lange, traf den Energie-Stürmer beim Herauslaufen und Schiedsrichter Florian Lechner zeigte auf den Punkt. Tolcay Cigerci verwandelte in der 21. Minute sicher. Zu diesem Zeitpunkt deutete wenig daraufhin, dass gut 75 Minuten später die Spieler des VfL Bochum freudestrahlend nach einem 2:1-Sieg durch den Spieltunnel tanzen würden.

VfL Bochum: Fehler reiht sich an Fehler in der ersten Halbzeit

„Es war ein Auf und Ab der Gefühle“, sagte ein sichtlich erleichterter Horn nach dem Spiel. „Wir haben in der ersten Halbzeit die Räume, die sich ergeben haben, nicht gut bespielt.“ Cottbus allerdings hatte auch so seine Probleme, „hat von unseren Fehlern gelebt und geht in Führung. Dann wussten wir, dass es schwer wird, weil sie dann auch alles reinwerfen.“

Lesen Sie auch

So sah es dann auch über 45 Minuten lang aus. Beim VfL Bochum reihte sich auch aufgrund des dritten Spiels in sieben Tagen ein Stockfehler an den nächsten. „Wir sind hinterhergelaufen und uns hat die Energie so gefehlt“, sagte Philipp Hofmann später. Das in den vergangenen Spielen so gute Bubi-Mittelfeld, bestehend aus Tom Meyer und Mats Pannewig, tat sich schwer, kam zu selten hinter den Mann und zu häufig einen Schritt zu spät. Meyer wurde folgerichtig nach bereits 25 Minuten stark gelb-rot-gefährdet ausgewechselt. Zum Horror-Tag für den VfL bis dahin hätte nur noch ein Platzverweis gefehlt.

VfL Bochum: Rasmussen belebt das Spiel und trifft

„Wir haben Cottbus zu häufig den Ball gegeben, hatten Probleme mit unseren Sechsern und sind immer wieder am Ball vorbeigerannt“, klagte Rösler, der mit seiner Rotation zurück nach dem Weiterkommen im DFB-Pokal allerdings ebenfalls zunächst danebenlag. Wenngleich die Rippenverletzung von Christian Rasmussen ihm wohl kaum eine andere Chance ließ, weil der Däne für 90 Minuten möglicherweise gesundheitlich zu anfällig gewesen wäre. Maximilian Wittek hingegen spielte nach seinem Cut an der Stirn.

Glücklich: Uwe Rösler jubelt nach dem Sieg seines VfL Bochum.© Robert Michael/dpa | Robert Michael

Mit der Einwechslung von Rasmussen in der zweiten Halbzeit für den Japaner Koji Miyoshi bekam das Spiel auf einmal eine andere Struktur. Der formstarke Däne belebte das Spiel sichtlich, Bochum stemmte sich an dem Tag, an dem bis dahin alles schieflief, gegen die Niederlage auf. „Ich wollte das Spiel heute unbedingt gewinnen“, sagte Horn nach dem Spiel. „Wir wollten die Woche, die wir so gut bestritten haben, unbedingt positiv abschließen. Wir haben einen klaren Aufwärtstrend aktuell.“

VfL Bochum: Rösler nutzt seinen Kader

Den bestätigte seine Mannschaft im zweiten Durchgang, zumal Rösler seinen Kader nutzte. Die Einwechslungen von Rasmussen, Jarne Steuckers und die von Charlie Patino bereits in der ersten Hälfte taten dem VfL gut. Es gab Struktur im Spiel, mehr Ideen nach vorn. Folgerichtig erzielten die Bochumer gleich mehrere Treffer – zwei sollten allerdings aufgrund von Abseitspositionen nicht zählen. „Das war wie im falschen Film“, so Hofmann. Bis in der 70. Minute der Jubelschrei endlich nicht erstickt wurde, als Philipp Hofmann eine Hereingabe von Rasmussen über die Linie drückte. Als der Däne dann kurz vor Schluss Luca Erlein einschulte und mit einem satten Schuss zum Sieg traf, gab es auf der Bochumer Bank und im Gästeblock kein Halten mehr.

„Dass Maxi und Chris verletzt spielen, symbolisiert den Charakter der Mannschaft und die Siegermentalität“, sagte ein sichtlich erleichterter Rösler auf der Pressekonferenz. „Ich bin glücklich mit der Woche und dem Sieg heute. Es war sensationell, wie die Mannschaft sich nach der Woche erholt hat – physisch und mental.“

Auf die Zähne gebissen und durchgezogen: Maximilian Wittek (r.) trug zum Sieg des VfL Bochum bei.© Robert Michael/dpa | Robert Michael

Selbstverständlich war das sicher nicht, noch vor einer Woche steckte der VfL in einer tiefen Krise, Trainer Rösler stand stark in der Kritik. Doch drei Spiele mit vier Punkten und das Weiterkommen im DFB-Pokal haben nun für einen Stimmungsumschwung gesorgt. Wenngleich die erste Halbzeit zeigte, dass noch nicht alle Probleme erledigt sind. Am Freitagabend auf der Busfahrt zurück zum Dresdner Flughafen überwog aber der Stolz. „In der Woche jetzt so zurückzukommen – das ist nicht selbstverständlich. Darauf können die Jungs stolz sein. Wir haben uns aus einer schwierigen Phase rausgekämpft, haben einen Bundesligisten aus dem Pokal gekegelt und jetzt sind wir in der Liga auch wieder da.“

Könnte Ihnen gefallen

Bittere Verletzung nach übler Szene: Star-Drama bei Bayern – BVB

derwesten.de vor 3 Stunden

BVB-Irrsinn in München: Plötzlich überschlagen sich die Ereignisse

derwesten.de vor 2 Stunden

Rösler flippt aus, Wollitz rüffelt sich und seine Spieler! Bochum verpasst Cottbus dicken Denkzettel

tag24.de vor 14 Stunden

Er musste eine Nacht ins Krankenhaus: Energie-Profi spricht über "dramatische" Stunden

tag24.de vor 9 Stunden