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Das Springreit-Team vom viermaligen Olympia-Goldmedaillengewinner Ludger Beerbaum, Riesenbeck International, hat beim Debüt der Global Champions League (GCL) in Ägyptens Hauptstadt Kairo nicht nur den Tagessieg gefeiert, sondern sich vorzeitig den Gesamttitel 2026 gesichert. Vor den Pyramiden von Gizeh lieferten der Jettinger Maximilian Weishaupt mit Zuccero HV und Marco Kutscher auf Pikeur Lemar NRW vier fehlerfreie Runden ab. Mit 297 Punkten ist der Vorsprung vor den Istanbul Warriors (247) bereits vor der letzten regulären Tourstation uneinholbar. Das bedeutet ein Millionenpreisgeld.
Der Abend in Ägypten stand im Zeichen einer geschlossenen Mannschaftsleistung. Weishaupt und Kutscher blieben in beiden Umläufen ohne Abwurf und Strafpunkte. Gerade im Mannschaftsspringen, in dem einzelne Fehler über Sieg oder Niederlage entscheiden können, war diese Doppelnull beider Paare die Grundlage für den Erfolg. Die internationale Konkurrenz stand im zweiten Umlauf unter Zugzwang, schließlich mussten sie den Tagessieg von Riesenbeck verhindern, um noch eine Chance auf den Gesamtsieg zu haben. Doch nur das deutsche Team blieb am Ende fehlerlos.
Weishaupt und sein 14 Jahre alter Holsteiner Hengst Zuccero HV lieferten zwei weltklasse Runden ab. Das Paar meisterte den anspruchsvollen Parcours souverän, zeigte Vermögen, Athletik und Konzentration am Sprung; Weishaupt führte den Hengst ruhig und präzise durch die Wendungen. Die Doppelnull belegt, wie eingespielt das Team aus Pferd und Reiter ist, auch wenn der Druck einer Titelentscheidung auf beiden lastete.
Kutscher stand seinem Teamkollegen in nichts nach. Der erfahrene Reiter brachte Pikeur Lemar NRW ebenfalls zweimal fehlerfrei ins Ziel. Seine Routine und die konzentrierten Ritte ergänzten Weishaupts Leistung ideal. Vier Starts, vier Nullrunden. Beide Paare riefen ihre Leistung genau dann ab, als es wirklich zählte. Riesenbeck International demonstrierte damit einmal mehr, dass sie der verdiente Gesamtsieger der GCL sind. Weishaupt sagte im Interview mit dem Veranstalter: „Wir wussten, dass wir hier eine starke Leistung zeigen mussten – und dass wir nun diese Etappe und die Gesamtwertung gewonnen haben, macht uns überglücklich. Es war einfach eine absolut unglaubliche Saison.“
Der Sieg direkt vor den Pyramiden ist die Kirsche auf der Sahnetorte in einer Saison, in der das Team über zahlreiche Stationen konstant auf Spitzenniveau ritt. Die Mannschaft setzte sich nicht wegen einzelner Leistungsspitzen durch, sondern durch starke Pferd-Reiter-Paare und konstante Ergebnisse. Insgesamt fünf Siege nach 14 von 15 Tourstationen stehen auf dem Konto – uneinholbar für das zweitplatzierte Team aus Istanbul. Die letzte Station der GCL ist vom 30. Oktober bis zum 1. November dann Marokkos Hauptstadt Rabat. Dort erhalten die beiden dann auch ihr Preisgeld für den Gesamtsieg, das großzügig ausfallen dürfte, wenn man bedenkt, dass während der gesamten Tour über 36 Millionen Euro ausgeschüttet werden.
Für Weishaupt ist das ein ganz besonderer Erfolg, wenn man bedenkt, dass er und Zuccero noch nicht lange ein Team sind. Er hat den Hengst erst im letzten Jahr übernommen. Der Holsteiner gehört dem Augsburger Unternehmer und zugleich Weishaupts Onkel Frank Ritter und war bereits auf internationaler Bühne erfolgreich. „Dieses Team ist etwas ganz Besonderes und für mich als Reiter, der noch nicht ganz so viel Erfahrung im Springen auf diesem Niveau hat wie andere, ist es einfach großartig, Teil des Teams zu sein – auch wenn ich natürlich nervös bin, gemeinsam mit all diesen Leuten an den Start zu gehen“, sagt Weishaupt. Im Team sind neben Kutscher auch sein Bruder Philipp Weishaupt sowie Ciaran Nallon, Philipp Schulze Tropphoff und Olympiasieger Christian Kukuk. (AZ)