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Kane zeigt sich nach Auszeichnung emotional

Harry Kane konnte seine Emotionen nach dem erstmaligen Gewinn des Ballon d’Or kaum verbergen. Besonders bewegend wurde es, als Englands Stürmerstar bei der Verleihung am Montagabend in seiner Heimat London über seine Familie sprach. Dass der 33-Jährige bei der prestigeträchtigen Auszeichnung Kylian Mbappe und Lamine Yamal vorgezogen wurde, war nach Auskunft der Organisatoren einer ganz knappen Wahl geschuldet.

Kane wirkte auch im Moment des Triumphs bescheiden. „Nicht viele Menschen hätten das gedacht, und vielleicht hätte selbst ich nicht gedacht, dass ich es so weit bringen würde“, sagte der Engländer, der mit 73 Toren in 65 Spielen für die Bayern und die Nationalmannschaft glänzte und dennoch nicht schillert.

„Ein Mann, der so unspektakulär ist, dass er im permanenten Strom der Inhalte der großen Show, in der er eine Hauptrolle spielt, fast aus der Zeit gefallen wirkt und erst auf dem Spielfeld Gestalt und Wirklichkeit annimmt“, brachte es die spanische Tageszeitung „El Pais“ auf den Punkt.

Harry Kane (England) reagiert emotional freudig nach dem Gewinn des Ballon d’Or
Harry Kane dankte in seiner Rede vor allem seiner Familie

Warme Worte für Familie und Coach Kompany

Emotional wurde es, als Kane über seine Familie sprach. Er dankte seinen Schwiegereltern, seinen Eltern, seinem Bruder Charlie, seiner Frau Katie im Saal („Wir haben es geschafft. Ohne dich wäre das nicht möglich“) – und schickte einen Gruß an die Kinder daheim. „Es ist nach eurer Zubettgehzeit“, sagte der England-Kapitän. „Ihr seid der Grund, warum ich das tue. Das hier ist ein ganz besonderer Moment. Ich kann es kaum erwarten, euch zu sehen und mit euch zu feiern. Ich liebe euch sehr.“

Auch seinen aktuell mit Gesundheitsproblemen kämpfenden Bayern-Coach Vincent Kompany bedachte er in seiner Rede mit bewegenden Worten. „An Vinnie: Ich weiß, dass er noch im Krankenhaus ist. Ich hoffe, dass dir das ein bisschen Kraft verleiht. An Vinnie und den ganzen Trainerstab: Wie wir arbeiten, wie du uns pushst – ich habe es dir zu verdanken, dass ich mich als Spieler, Mensch und Anführer weiterentwickelt habe“, betonte Kane.

Ganz knappe Entscheidung

Laut den Organisatoren war es eine ganz knappe Entscheidung zugunsten Kanes. „Es ging dieses Jahr wirklich nur um wenige Punkte“, sagte Vincent Garcia, Chefredakteur des Fachmagazins „France Football“, das den Preis zusammen mit der UEFA ausrichtet. Es war wohl nicht so knapp wie 1966, als sich Bobby Charlton vor Eusebio, und 1996, als sich Matthias Sammer vor Ronaldo mit jeweils einem Punkt Vorsprung durchsetzten.

Die genauen Zähler sollen zwar erst am Ende dieser Woche veröffentlicht werden. „Aber ich kann schon verraten, dass der Punkteabstand zwischen Kane und Mbappe kleiner war als jener zwischen Rodri und Vini Jr. im Jahr 2024. Und das waren damals nur 41 Punkte“, sagte Garcia.

Jubel von Kylian Mbappe (Frankreich)
Frankreichs Stürmerstar Kylian Mbappe musste sich bei der Auszeichnung knapp geschlagen geben

Mbappe bei Auszählung lange vorne

Stimmberechtigt für die Entscheidung waren jeweils ein Journalist oder eine Journalistin aus den Top-100-Nationen der FIFA-Weltrangliste. Diese wählten aus 30 Nominierten jeweils ihre zehn besten Spieler aus; der beste bekam 15 Punkte. Dann wurden abstufend die Zähler 12, 10, 8, 7, 5, 4, 3, 2 und 1 verteilt. Er habe verfolgt, wie die Stimmen im Abstimmungszeitraum eintrudelten, schilderte Garcia. „Kylian war lange vorne, aber dann hat Kane aufgeholt. Und am Ende wurde es wirklich wegen ganz, ganz weniger Punkte entschieden.“

Kane konnte es im traditionsreichen Palladium-Theater im Londoner West End egal sein. „Sechs Meilen von der Brisbane Road entfernt, wo er sein erstes Profitor in Englands dritter Liga erzielte, und acht Meilen von Arsenals Hale-End-Akademie, aus der er entlassen wurde, weil er ‚moppelig‘ war, hat Harry Kanes langer Weg, sich selbst zu beweisen, seinen unglaublichsten und inspirierendsten Zielpunkt erreicht“, schrieb die englische Tageszeitung „The Times“ über den ersten englischen Gewinner des Ballon d’Or seit Michael Owen 2001.

Alle Preisträgerinnen und Preisträger 2026

  • Ballon d’Or der Männer: Harry Kane (England/Bayern München)
  • Ballon d’Or der Frauen: Alexia Putellas (Spanien/bis Sommer FC Barcelona)
  • Bester Nachwuchsspieler (U21): Lamine Yamal (Spanien/FC Barcelona)
  • Beste Nachwuchsspielerin (U21): Vicky Lopez (Spanien/FC Barcelona)
  • Bester Tormann: Unai Simon (Spanien/Athletic Bilbao)
  • Beste Torfrau: Cata Coll (Spanien/FC Barcelona)
  • Torjäger des Jahres: Harry Kane (England/Bayern München)
  • Torjägerin des Jahres: Charlyn Corral (Spanien/CF Pachuca)
  • Bester Trainer eines Männer-Teams: Luis de la Fuente (Spanien)
  • Bester Trainer eines Frauen-Teams: Pere Romeu (FC Barcelona)
  • Team des Jahres bei Männern: Paris Saint-Germain
  • Team des Jahres bei Frauen: FC Barcelona
  • Socrates-Award (humanitärer Preis): Bukayo Saka (England/Arsenal)

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