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Alexander Zverev und Carlos Alcaraz spielen Tennis auf der Bühne der Wiener Staatsoper. Bei den Erste Bank Open könnten sie sich im Finale wiedersehen.
Spiel, Satz, Staatsoper. Alexander Zverev (29) und Carlos Alcaraz (23) haben am Sonntag die Wiener Opernbühne erobert. Statt Arien gab es Ballwechsel, statt Orchester zwei Tennis-Superstars mit Schlägern. Sogar die berühmte Feststiege musste als Tennisplatz herhalten. Und das Beste: Was die beiden im Haus am Ring noch gemeinsam ausprobierten, könnte am Sonntag in der Stadthalle zum großen Duell werden. Zverev ist bei den Erste Bank Open topgesetzt, Alcaraz die Nummer zwei. Ein Traumfinale ist möglich.
Staatsoperndirektor Bogdan Roscic führte die beiden Stars gemeinsam mit Turnierboss Herwig Straka durch das berühmte Gebäude. Bühne, Feststiege, Teesalon, Mittelloge – die Tennis-Asse bekamen das volle Programm. Ihre Schläger hatten sie gleich mitgebracht.
Zverev zeigte sich beeindruckt: "Es ist immer wieder imposant, berühmte Opernhäuser zu besuchen, von denen ich nun schon einige gesehen habe."
Für Alcaraz war es sogar eine Premiere. Der siebenfache Grand-Slam-Sieger hatte noch nie ein Opernhaus betreten. "Ich war zuvor noch nie in einem Opernhaus, daher ist es für mich wirklich aufregend, das alles zu sehen und hier sein zu dürfen", schwärmte der Spanier.
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Für den Deutschen könnte Wien zum Schauplatz eines historischen Karrierehöhepunkts werden. Nur zwei Siege fehlen Zverev, um erstmals an die Spitze der Weltrangliste zu springen.
Aktuell liegt Jannik Sinner mit 9.450 Punkten nur 100 Zähler vor Zverev (9.350). Schon mit dem Viertelfinaleinzug würde der Deutsche am 2. November die Führung übernehmen. Der Grund: Weil das Masters in Paris heuer eine Woche später stattfindet, verliert Sinner seine 1.000 Punkte für den Vorjahressieg bereits nach der Wiener Turnierwoche.
Zverev, der in diesem Jahr die French Open und US Open gewonnen hat, wäre damit nach Boris Becker erst der zweite Deutsche auf dem Tennis-Thron. Sein erster Gegner in Wien ist der Spanier Martín Landaluce. Der Hamburger hat in der Stadthalle bereits 2021 triumphiert und könnte nun seinen zweiten Wien-Titel holen.
Während Zverev nach der Nummer eins greift, kämpft Alcaraz um seine alte Form. Eine Entzündung im rechten Handgelenk hatte den Spanier mehr als vier Monate außer Gefecht gesetzt.
In Tokio feierte er Anfang Oktober seinen ersten Turniersieg nach dem Comeback. Doch beim Masters in Shanghai folgte der nächste Dämpfer: Gegen Außenseiter Zizou Bergs war bereits in der dritten Runde Schluss.
"Ich muss wieder nach Hause, auf den Trainingsplatz", erklärte Alcaraz anschließend. Gesagt, getan. Vor seiner Reise nach Wien trainierte er in Spanien mit Landsmann Daniel Mérida.
Jetzt schlägt der 23-Jährige erstmals seit 2021 wieder in der Stadthalle auf. Sein Auftaktmatch gegen Karen Khachanov ist für Dienstag (27. Oktober) vorgesehen. Die bisherige Bilanz spricht klar für Alcaraz: Alle sechs direkten Duelle mit dem Russen hat er gewonnen. Khachanov weiß allerdings ebenfalls, wie man in Wien erfolgreich spielt. 2024 stand er hier im Finale.
Dass Zverev und Alcaraz ausgerechnet in Wien gemeinsam aufschlagen, ist auch einer kurzfristigen Programmänderung zu verdanken. Der Six Kings Slam in Saudi-Arabien wurde auf Dezember verschoben. Turnierdirektor Straka nutzte die Gelegenheit, kontaktierte Alcaraz' Management und bekam die Zusage des Spaniers.
Das Ergebnis ist ein außergewöhnlich starkes Teilnehmerfeld. Gleich sechs Spieler aus den Top Ten der Weltrangliste sind bei den Erste Bank Open dabei. Neben Zverev und Alcaraz gehören unter anderem Daniil Medvedev, Flavio Cobolli, Alex de Minaur und Frances Tiafoe dazu.
Auch für Österreichs Tennisfans könnte es ein besonderes Duell geben. Sollte Jurij Rodionov sein Auftaktmatch gegen Nikoloz Basilashvili gewinnen und Alcaraz gegen Khachanov weiterkommen, würden sich der Österreicher und der spanische Superstar im Achtelfinale gegenüberstehen. Rodionov bezeichnete diese Aussicht als "Zuckerl".
Bei den Erste Bank Open werden insgesamt 2.797.985 Euro an Preisgeld ausgeschüttet. Das Finale steigt am Sonntag (1. November) um 14 Uhr.
Für Alcaraz geht es nach Wien weiter zum Masters in Paris und anschließend zu den ATP Finals in Turin. Dort fehlt dem siebenfachen Grand-Slam-Sieger noch ein Titel in seiner Sammlung. Zverev könnte dagegen bereits vor dem Wiener Endspiel wissen, dass er erstmals die Nummer eins der Welt wird.
In der Staatsoper spielten sich die beiden noch freundlich die Bälle zu. In der Stadthalle könnte einer von ihnen am Sonntag die Hauptrolle übernehmen.