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Pünktlich vor der Ski-Weltcup-Ouvertüre in Sölden hat sich Frau Holle in den Alpen noch einmal ins Spiel gebracht und rund um die ohnehin schon präparierte Piste dem Rettenbachferner noch ein weißes Kleid verpasst.
Das freut die Touristiker, die seit 1993 mit diesem Winter-Auftakt im Herbst punkten wollen. Aber auch die Ski-Asse, die am Samstag und Sonntag bei einem Riesentorlauf dem ersten Kräftemessen der Saison entgegenblicken. Sölden ist in vielerlei Hinsicht besonders. Vier Siege in den letzten fünf Jahren – über die Favoritenrolle bei den Herren muss in Tirol nicht lange um den heißen Brei geredet werden.
Der Schweizer Marco Odermatt ist der große Gejagte.
"Natürlich beeindruckt mich seine Konstanz. In verschiedenen Disziplinen ganz vorne zu sein, zeichnet einen Siegfahrer aus. Auch die Gruppendynamik und dieses Kumpelhafte innerhalb der Schweizer Mannschaft stechen für mich heraus", lobte ihn Österreichs Ski-Legende Hermann Maier bereits vor dem Auftakt. Bei den Damen hat sich Julia Scheib nach fünf Siegen bei zehn Riesentorläufen und dem Gewinn der kleinen Kristallkugel letzten Winter zwangsläufig in die Poleposition geschoben.
"Es gibt sehr viele Favoritinnen. Ich habe schon andere gesehen und bin nicht die Einzige, die schnell sein kann", bremst Scheib zu hohe Erwartungen aber ein. Topstar Mikaela Shiffrin und Alice Robinson , die hier 2019 siegte, gelten als gefährlichste Konkurrentinnen. In der ewigen Riesentorlauf-Bilanz des Weltcups führt übrigens noch immer Österreich vor Erzrivale Schweiz .
Der Start liegt auf rund 3048 Metern, das Ziel auf etwa 2680 Metern – die dünne Höhenluft ist ein Kriterium, dass die Weltcup-Asse in dieser Form nur in Sölden erleben. Doch ein noch größeres Kriterium ist die Strecke. Der selektive Steilhang liefert bis zu 68 Prozent Gefälle.
"Da musst du exakt fahren. Ein Fehler und es ist vorbei. Der Schlüssel ist die Ausfahrt ins Flachstück", sagt Scheib, der im Vorjahr der Sieger-Knopf ausgerechnet in der Heimat aufging. Odermatt sagt:"Es ist eine Mutprobe.
Nur wer mit letzter Konsequenz hinuntersticht, hat Chancen auf ein Spitzenresultat.
"Auch das Wetter muss hoch oben gut mitspielen. Für heute sind wechselhafte Bedingungen sowie geringer Niederschlag gemeldet, am Sonntag wird mit mehr Schneefall gerechnet. Der Wind, in der Vergangenheit schon Spielverderber, sollte sich dagegen in Grenzen halten. Nur einmal bisher, im Jahr 2006, kam es in der Sölden-Geschichte zu einem Totalausfall beider Rennen.
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