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Rund 3000 Zuschauer werden zum Duell des VfB Eichstätt mit dem TSV 1860 München erwartet. Im Interview spricht Dauerbrenner Florian Lamprecht über die Vorfreude, die Favoritenrolle der Löwen und die Stärken des VfB.
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Ausnahmezustand in Eichstätt: Wenn am Sonntag (14 Uhr) der TSV 1860 München beim VfB gastiert, ist in der Domstadt einiges geboten. Rund 3000 Zuschauer werden zum Regionalliga-Highlight im Hirsch-Sportpark erwartet. Eine solche Kulisse ist für Dauerbrenner Florian Lamprecht nicht völlig neu: 2019 stand der gelernte Schreiner mit dem VfB in der ersten Runde des DFB-Pokals gegen Hertha BSC vor rund 7000 Zuschauern im Audi Sportpark auf dem Platz. Dennoch ist das Duell mit den Löwen für den 30-Jährigen aus Oettingen etwas ganz Besonderes. Denn erstmals trifft er auf den TSV 1860 München – und das vor heimischem Publikum. Im Interview spricht Lamprecht über die Vorfreude auf das Highlightspiel, worauf es gegen 1860 ankommt und warum er sich in Eichstätt so wohlfühlt.
Herr Lamprecht, FC Bayern München oder TSV 1860 München. Für wen schlägt Ihr Herz?
Florian Lamprecht: Für keinen von beiden, ich bin VfB-Stuttgart-Fan. Ob Bayern oder 1860, ist mir deshalb völlig egal.
Gehen Sie trotz der drei Niederlagen in Folge mit einem guten Gefühl in das Spiel gegen die Löwen?
Lamprecht: Wir haben zum Glück früh in der Saison eine kleine Serie hingelegt und uns damit in der Tabelle ganz gut gefestigt. Uns war von Anfang an klar, dass auch wieder eine Phase kommen kann, in der wir ein paar Spiele verlieren. Deshalb können wir jetzt auch völlig befreit gegen die Löwen aufspielen und stehen nicht unter Druck. Noch geiler wäre es natürlich gewesen, wenn wir aus den letzten drei Spielen den einen oder anderen Punkt mitgenommen hätten. Dann hätten wir jetzt eine noch bessere Ausgangslage. Aber ich denke, das spielt für dieses Spiel überhaupt keine Rolle.
Das Duell mit 1860 München sorgt für großes Interesse. Wie merken Sie das persönlich?
Lamprecht: Die Stimmung ist natürlich riesig, gerade wenn man sieht, was im Hintergrund alles abläuft. Die Verantwortlichen organisieren einiges, und es gibt viele Nachfragen nach Karten. Da merkt man auch im eigenen Umfeld, dass das Interesse groß ist. Bei mir in der Arbeit kommen zum Beispiel Leute auf mich zu, die noch nie ein Fußballspiel von mir gesehen haben und jetzt dabei sein wollen. Das liegt natürlich auch an der riesigen Fan-Gemeinde von Sechzig. Das zieht einfach. Für mich ist es ohnehin ein ganz besonderes Spiel. Ich habe noch nie gegen die Löwen gespielt – und dass es jetzt auch noch zu einem Punktspiel kommt, ist schon etwas Besonderes.
Sie haben mit dem VfB Eichstätt schon einige besondere Spiele erlebt. Ist das Duell mit den Löwen die Kirsche auf der Sahnetorte?
Lamprecht: Das DFB-Pokalspiel gegen Hertha BSC ist das absolute Highlight, und ich denke auch, dass das so schnell nichts toppen kann. Was das Spiel gegen die Löwen aber so besonders macht, ist, dass wir diesmal zu Hause in Eichstätt spielen. Das DFB-Pokalspiel war damals in Ingolstadt – und eben nicht daheim. Ich persönlich habe noch nie in Eichstätt gespielt, wenn die Bude komplett voll ist. Deshalb ist das schon etwas ganz Besonderes.
Mit knapp 150 Regionalligaspielen für den VfB Eichstätt sind Sie einiges gewohnt. Macht das Duell mit den Löwen trotzdem noch etwas mit Ihnen?
Lamprecht: Im Moment bin ich noch überhaupt nicht nervös. Ich habe schon etwas mehr Vorfreude als vor anderen Spielen, würde ich sagen. Und ich denke, dass ich am Sonntag schon ein bisschen nervöser sein werde als sonst – weil so etwas einfach nicht alltäglich ist. Wenn so viele Zuschauer dabei sind, wird das schon etwas anderes sein. An meiner Vorbereitung werde ich aber nicht viel ändern. Ich bin inzwischen in einem gewissen Alter und habe meine Routinen, an denen ich festhalte.
Die Löwen stehen nach der Derby-Niederlage unter Druck und müssen langsam Ergebnisse liefern. Könnte Ihnen das in die Karten spielen?
Lamprecht: Für mich sind die Löwen ganz klar der Favorit – mit dieser Mannschaft, den Profibedingungen und allem, was dazugehört. Ich finde es eigentlich immer ganz gut, wenn die Gegner vor dem Spiel gegen uns gewinnen und dann nach Eichstätt kommen. 1860 steht mittlerweile schon ordentlich unter Druck. Ich denke, dass langsam auch die Ergebnisse kommen müssen, sonst sieht es für sie ein wenig schlecht aus. Natürlich wäre es mir lieber gewesen, sie hätten das Derby gewonnen. Für uns macht das aber eigentlich keinen Unterschied: Wir wollen das Spiel so oder so gewinnen.
Wie können Sie den Löwen wehtun?
Lamprecht: Wenn man sich die Heimtabelle anschaut, stehen wir, glaube ich, richtig gut da. Wir kommen hier über die Mannschaft, über das Läuferische und das Kämpferische. Uns ist bewusst, dass wir vielleicht immer wieder ein Stück weit mehr arbeiten müssen als unsere Gegner. Wir wissen aber auch ganz genau, wie wir zu Hause in Eichstätt spielen müssen, um jedem Gegner gefährlich zu werden. Ich glaube, das hat sich in der Liga mittlerweile auch herumgesprochen: Keiner kommt besonders gerne nach Eichstätt.
Im Vorfeld haben die Münchner verlauten lassen, dass sie sich akribisch auf das Spiel vorbereitet haben.
Lamprecht: Ja, gut, da wird meiner Meinung nach mittlerweile auch ein bisschen übertrieben. Trotzdem ist es natürlich ein großes Kompliment für uns, wenn sich die Gegner so intensiv auf uns vorbereiten. Das zeigt, dass sie wissen, dass es nicht einfach ist, gegen uns zu spielen.
Sie sind ein echter Dauerbrenner. Was zeichnet Sie als Spieler besonders aus?
Lamprecht: Ich stelle mich immer in den Dienst der Mannschaft. Ich bin einer der fittesten Spieler und kann 90 Minuten lang die Linie hoch und runter gehen. Meine läuferischen und kämpferischen Qualitäten zeichnen mich aus. Außerdem bin ich in meiner Karriere kaum verletzt gewesen und bringe mittlerweile einige Jahre Regionalliga-Erfahrung mit. Damit kann ich, denke ich, auch unseren jüngeren Spielern weiterhelfen.
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Sie wurden 2019 von Markus Mattes aus Nördlingen nach Eichstätt geholt. Wie blicken Sie auf diese Entscheidung zurück?
Lamprecht: Dass ich so viele Jahre in Eichstätt spiele, hätte ich damals nicht gedacht. Ich dachte, dass es mich vielleicht früher wieder zurück in die Heimat zieht. Ich habe den Schritt in die Regionalliga bewusst gewagt, aber für mich war klar: Wenn es nicht klappt, möchte ich wieder zurück in die Heimat. Dann hat es aber sehr gut funktioniert, und ich fühle mich in Eichstätt pudelwohl. Auch als wir abgestiegen sind, habe ich mich bewusst dafür entschieden, die zwei Jahre in der Bayernliga mitzunehmen. Aber mittlerweile kann ich mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, irgendwo anders zu spielen.
Gemeinsam mit dem TSV 1860 München ruft der VfB Eichstätt am Sonntag zur Registrierung als Stammzellspender auf, um Menschen mit Leukämie neue Hoffnung zu schenken. Zwischen 12 und 17 Uhr können sich im Hirsch-Sportpark gesunde Menschen zwischen 17 und 45 Jahren, die noch nicht registriert sind, am Stand der AKB (Stiftung Aktion Knochenmarkspende Bayern) per Wangenabstrich typisieren lassen.
EK