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Erik ten Hag rechnet mit Cristiano Ronaldo ab – und bekommt nun selbst Gegenwind. Jürgen Klinsmann zeigt zwar Verständnis für den Niederländer, hält ihm aber eine entscheidende Lektion vor Augen.
Jürgen Klinsmann hat Erik ten Hag nach dessen öffentlicher Abrechnung mit Cristiano Ronaldo eine klare Botschaft mitgegeben. „Manche Kommentare behält man besser für sich“, erklärte der frühere Bundestrainer beim US-amerikanischen Sportsender ESPN und nahm den Niederländer dabei auch in die Pflicht.
Für Klinsmann liegt die Verantwortung für ein funktionierendes Mannschaftsgefüge nicht allein bei den Spielern. Vielmehr müsse sich auch ein Trainer an sein Umfeld anpassen. „Man kann nicht überall auf der Welt hingehen und die Menschen verändern. Die einzige Person, die man verändern kann, ist man selbst“, stellte der 62-Jährige klar.
Wer einen großen Klub wie Manchester United übernehme, müsse sich auf die vorhandenen Strukturen einstellen – selbst wenn diese nicht den eigenen Vorstellungen entsprächen.
„Natürlich hat man eine Wunschliste und bekommt einige Spieler nicht. Dann muss man sich anpassen“, erklärte Klinsmann. Das gelte nicht nur für die Mannschaft, sondern auch für die Fans, die Medien und die Kultur des jeweiligen Vereins.
„Ich glaube, wenn Erik jetzt auf Manchester United zurückblickt, denkt er: Dies und das war ein bisschen toxisch. Meine Persönlichkeit hat nicht zu manchen Menschen in Manchester gepasst“, so Klinsmann. Die Erfahrungen des Niederländers könne er durchaus nachvollziehen. Dennoch betonte Klinsmann, dass er selbst vor allem dankbar für seine bisherigen Trainerstationen sei – auch wenn nicht immer alles nach seinen Vorstellungen gelaufen sei.
„Bei manchen Kommentaren verstehe ich vollkommen, woher sie kommen. Andere sollte man besser für sich behalten“, bekräftigte er.
Hintergrund sind die jüngsten Aussagen ten Hags über seine Zeit bei Manchester United. In einem Interview mit The Athletic hatte der Niederländer insbesondere Superstar Cristiano Ronaldo scharf kritisiert.
„Er hat die Mannschaft im Stich gelassen, und er hat mich im Stich gelassen, denn wir hatten mit ihm geplant“, warf ten Hag dem Portugiesen vor. Zudem bemängelte er dessen mangelnde Laufbereitschaft und Spielvorbereitung.
Das Verhältnis zwischen Trainer und Superstar war bereits 2022 eskaliert. Nachdem Ronaldo unter anderem eine Einwechslung gegen Tottenham verweigert hatte, wurde er zwischenzeitlich aus dem Kader gestrichen. Im November desselben Jahres trennten sich die Wege des Portugiesen und Manchester United.
Für Klinsmann gehören solche Konflikte zum Trainergeschäft. Entscheidend sei jedoch, daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen. Jahre später müsse sich ein Trainer auch selbst fragen: „Was hätte ich anders oder besser machen sollen?“