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Muss der FC Bayern die „Rabauken“ von Atlético Madrid fürchten?
Herr Eberl, wann kommt eigentlich Musiala zurück?
Herr Eberl, wann kommt eigentlich Musiala zurück?

Der FC Bayern reist personell dezimiert zu Atlético Madrid - ein als berüchtigte "Tretertruppe" verschriener Gegner. Muss sich der Rekordmeister noch nehr Sorgen machen?

Ausgerechnet jetzt gegen Atlético! Dieser Gedanke dürfte so manchem Fan, aber auch Spieler oder Verantwortlichen des FC Bayern beim Blick auf die Verletztenmisere beim Rekordmeister durch den Kopf gegangen sein. Die personell angeschlagenen Münchner müssen in der Champions League am Dienstag (21 Uhr im Liveticker) zu einem der härtesten Auswärtsspiele Europas antreten.

Im Estadio Metropolitano tun sich Gäste traditionell schwer, und häufig auch weh. Wer hier bestehen will, braucht nicht nur fußballerische Qualitäten. Trainer Diego Simeone führt bei Atlético eine kratzbürstige, kampfeslustige Truppe an, die Thomas Müller einst als „die größten Rabauken“ im europäischen Fußball bezeichnete.

Der FC Bayern trifft auf ein formstarkes Atlético Madrid
Der FC Bayern trifft auf ein formstarkes Atlético MadridDer FC Bayern trifft auf ein formstarkes Atlético Madrid

Lothar Matthäus ging jüngst sogar noch einen Schritt weiter: „Rabauken – das ist ja ein nettes Wort“, sagte der einstige Profi, der noch selbst gegen Simeone gespielt hatte: „wenn er jetzt Treter gesagt hätte… Das ist eine dreckige, unangenehme Mannschaft.“

Bayerns Sportvorstand Max Eberl äußerte sich vor dem Abflug am Montag nach Madrid etwas diplomatischer. „Wer Atletico die letzten zwei Jahrzehnte, speziell unter Simeone, verfolgt, der weiß, was auf einen zukommt Das ist ein Gegner, der extrem unangenehm ist. Sie spielen eklig, sie spielen aber auch sehr guten Fußball. Das ist definitiv eins der kompliziertesten Auswärtsspiele, das du in der Champions League haben kannst“, sagte Eberl und fordert nun „Resilienz“ von den im Vorfeld so arg ramponierten Bayern: „Wir müssen einstecken, aber wir müssen weitermachen, um die größten Titel zu holen.“

Atlético-Treter? Laimer foult am häufigsten

Doch was ist dran am Ruf der Treter-Truppe aus Madrid? Der Blick in die Statistik zeigt: Die Atlético-Spieler haben in der laufenden Saison 26 Gelbe Karten gesammelt – und damit exakt doppelt so viele wie die Bayern. Dazu kommen zwei Rote Karten – bei den Münchnern steht dem das Gelb-Rot für Michael Olise gegenüber.

Am häufigsten müssen sich die Schiedsrichter bisher den Namen von Marc Pubill notieren, der spanische Innenverteidiger wurde schon viermal verwarnt. Linksaußen Álex Baena folgt mit drei Karten – er begeht bei Atleti auch die meisten Fouls. In der Liga sind es 1,9 Vergehen pro Spiel.

„Letztendlich fällt es jedem Gegner schwer, hier Punkte zu holen“, sagte Baena vor der Partie: „Wir sind zu Hause sehr stark.“ Allerdings müssen sich auch die Bayern in Sachen Fouls nicht verstecken, Konrad Laimer liegt bei 2,4 Fouls pro Liga-Partie. Mit seiner aggressiven Spielweise könnte er am Dienstag wichtiger denn je sein.

Das Real-Spiel sollte Bayern eine Warnung sein

Wer wissen will, was den Bundesligisten in Madrid erwartet, sollte sich auch das LaLiga-Spiel der Rojiblancos gegen Stadtrivale Real Madrid im September in Erinnerung rufen. Das Simeone-Team setzte sich nach einer beeindruckenden Leistung mit 2:1 durch – und beging dabei 19 Fouls. Ein stolzer Wert, der deutlich über dem Ligadurchschnitt liegt.

Bei einem empfindlichen Tackling von Kang-In Lee (1,7 Foul/Partie) wurde Reals Kapitän Fede Valverde verletzt, zudem hätte es nach einem Tritt gegen Jude Bellingham Rot geben müssen – meinte zumindest Reals Trainer José Mourinho. Warnung genug für Bayern.

Wer Atlético allerdings auf kleinere und größere Fouls und eine harte Gangart reduziert, denkt sicherlich zu kurz. Simeones Team hat viele andere Stärken und wird Bayern, das nach den Unentschieden gegen Arsenal und Stavanger schon etwas unter Druck steht, sicher auch vor fußballerische Probleme stellen.

22 Tore und die drittbeste Offensive in La Liga können sich sehen lassen, dazu kommen wettbewerbsübergreifend neun Spiele ohne Niederlage (ein Remis). Und doch dürfte so mancher Bayern-Fan vor allem wegen der angespannten Personalsituation aktuell denken: Ausgerechnet jetzt!

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