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Der VfB Stuttgart kommt in der Bundesliga einfach nicht in den Tritt. Beim 2:3 gegen das zuvor noch punktlose Schlusslicht Borussia Mönchengladbach kassierten die Schwaben bereits ihre fünfte Niederlage im siebten Saisonspiel. Mit gerade einmal sechs Punkten steht die Mannschaft von Sebastian Hoeneß vorerst auf Tabellenplatz 14. Und es könnte schnell noch schlimmer kommen ...
Sollten zwei der drei Verfolger Schalke 04 (beim 1. FC Köln), SC Paderborn (gegen den Hamburger SV) und Union Berlin (beim FC Augsburg) gewinnen, droht dem Champions-League-Teilnehmer sogar schon an diesem Wochenende der Absturz in die Abstiegszone.
"Aus unserer Sicht lief es am Anfang zu gut."
Sebastian Hoeneß
Dabei geben die Leistungen des VfB derzeit Rätsel auf. Erst am Dienstag hatten die Stuttgarter beim 1:1 gegen Atlético Madrid noch eine überzeugende Vorstellung abgeliefert und ihre starke Bilanz in der Königsklasse auf sieben Punkte aus drei Spielen ausgebaut. Nur drei Tage später folgte gegen extrem ersatzgeschwächte Gladbacher die nächste Bundesliga-Enttäuschung. Trotz der frühen Führung durch Ermedin Demirovic verlor der VfB zunehmend die Kontrolle und offenbarte einmal mehr die Probleme, die ihn seit Saisonbeginn begleiten.
"Aus unserer Sicht lief es am Anfang zu gut", analysierte Coach Hoeneß anschließend im Interview mit Sky. Nach dem frühen Treffer und weiteren guten Möglichkeiten habe seine Mannschaft offenbar das Gefühl bekommen, dass der Abend bereits in die richtige Richtung laufe. Besonders die vergebene Großchance von Ramon Hendriks zum möglichen 2:0 ärgerte den 44-Jährigen.
Anschließend sei seine Elf durch unnötige Ballverluste und verlorene Zweikämpfe immer mehr aus dem Tritt geraten. Die Mannschaft habe ihre Struktur verloren und zunehmend hektisch agiert. Hoeneß sparte dabei nicht mit Kritik an seinen Spielern: "Wir haben verdient verloren, weil wir zu wenig investiert haben." Tatsächlich liefen die Gladbacher mit 128 Kilometern rund fünfeinhalb Kilometer mehr als der VfB. Die Niederlage sei ein "großer Warnschuss, den wir ernst nehmen müssen".
Doch die Frage nach den Gründen für den enttäuschenden Auftritt betrifft nicht nur die Mannschaft, sondern zunehmend auch Hoeneß selbst. Gegenüber dem Atlético-Spiel hatte der VfB-Coach seine Startelf auf gleich sechs Positionen verändert. Unter anderem mussten Deniz Undav, Bilal El Khannouss und Jamie Leweling zunächst auf der Bank Platz nehmen. Zu viel Veränderung?
Hoeneß verwies zwar auf die notwendige Belastungssteuerung, räumte aber auch eigene Fehler ein: "Wenn es nicht klappt, dann ist es eine falsche Entscheidung. So einfach ist das." Vor allem die Personalie Leweling wirft in diesem Zusammenhang Fragen auf.
Der Flügelspieler hatte gegen Atlético mit seinem Treffer überzeugt, fand sich gegen Gladbach aber zunächst auf der Bank wieder. Stattdessen erhielt Sommerneuzugang Leo Sauer erstmals die Chance in der Startelf. Der 20-Jährige konnte das Vertrauen allerdings kaum zurückzahlen und blieb weitgehend wirkungslos. Zur 55. Minute reagierte Hoeneß mit einem Dreifachwechsel und brachte neben Undav und El Khannouss auch Leweling, der immerhin noch Demirovics Anschlusstreffer zum 2:3 vorbereitete.
Natürlich muss Hoeneß angesichts der Dreifachbelastung rotieren. Nicht jeder Wechsel war freiwillig, etwa der verletzungsbedingte Ausfall von Josha Vagnoman. Dennoch stellt sich die Frage, ob der Trainer derzeit die richtige Balance zwischen Belastungssteuerung und eingespielten Abläufen findet.
Allerdings wäre es zu einfach, die Probleme ausschließlich auf die Rotation zu schieben. Auch etablierte Kräfte wie Angelo Stiller und Atakan Karazor enttäuschten gegen Gladbach. Vorne sorgte vor allem Demirovic mit seinem Doppelpack und gewohnt großer Einsatzfreude für Gefahr. Deniz Undav war nach seiner Einwechslung dagegen einmal mehr kein Faktor.
Die Schwaben müssen dringend einen Weg finden, ihre internationalen Leistungen auch in der Bundesliga abzurufen. Sportvorstand Fabian Wohlgemuth sprach nach der Gladbach-Pleite bereits von einem Tiefpunkt im bisherigen Ligaverlauf.
Die nächsten vier Spiele des VfB Stuttgart
Wettbewerb |
Termin |
Gegner |
|---|---|---|
DFB-Pokal |
Mi., 28. Oktober, 18:00 Uhr |
SC Paderborn (A) |
Bundesliga |
Sa., 31. Oktober, 15:30 Uhr |
Bayer Leverkusen (A) |
Champions League |
Di., 3. November, 18:45 Uhr |
Galatasaray Istanbul (A) |
Werder Bremen |
Sa., 7. November, 18:30 Uhr |
Werder Bremen (H) |
Viel Zeit für die Aufarbeitung bleibt nicht. Bereits am Mittwoch wartet im DFB-Pokal der SC Paderborn, ehe es am darauffolgenden Samstag in der Bundesliga zu Bayer Leverkusen geht. Gerade die Partie gegen die Werkself könnte für den VfB richtungsweisend werden. Noch vier Partien stehen auf dem Plan, ehe die nächste Länderspielpause ansteht.