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Vinícius geht bei Real Madrid beim 4:1-Sieg gegen Leipzig traurig vom Feld. In der Liga fehlt er gesperrt – ist das sogar ein Segen für Real?
Real Madrid hat am Mittwochabend in der Champions League mit 4:1 gegen RB Leipzig gewonnen – doch ein Real-Star verließ dennoch niedergeschlagen den Platz: Vinícius Júnior.
In der 70. Minute nahm José Mourinho den Brasilianer vom Platz und brachte den Ex-Leipziger Yan Diomande, der mit seinem Treffer zum 4:1 ein Ausrufezeichen setzte. Während sich die Teamkollegen für Viní einsetzten, fand die Presse deutliche Worte.
„Vinícius ist nicht Vinícius“, titelte die in Madrid ansässige Zeitung As und nahm dafür unter anderem als Anlass, dass er keinen einzigen Dribbelversuch unternommen habe: „Etwas, das bei einem so explosiven Spieler wie ihm schwer zu erklären ist.“
Zudem erkannte die as „zweimal kurze und vereinzelte Pfiffe“, bei einem Fehlpass in der 23. Minute und seiner Auswechslung, durch die „seine Versöhnung mit dem Publikum im Bernabéu ausblieb“. Stattdessen streute Diomande mit seinem „stratosphärischen Volleyschuss noch mehr Salz in die Wunde“.
Die Mundo Deportivo aus Barcelona sah „erneut eine schwache Leistung“. Mit Blick auf Vinícius‘ Liga-Sperre, die auch für den Clásico am Sonntag gegen den FC Barcelona (21 Uhr) gilt, befand die Zeitung: „Der Ausfall hätte ein Drama ungeahnten Ausmaßes bedeuten können. Doch derzeit, angesichts der Form des Brasilianers und der Mannschaft, ist dies praktisch ein Segen.“
Auch wegen Diomande sei „Vinícius vom Aussterben bedroht. Und das Schlimmste daran ist, dass niemand auch nur eine einzige Träne um ihn vergießen wird.“
Die Zeitung Sport notierte zunächst etwas nüchterner, dass Diomande Vinícius „das Leben schwer“ mache, legte dann aber nach, dass der Ivorer bereit war, „ihn in die Bedeutungslosigkeit zu verbannen“ und „das Schicksal von Vinícius“ besiegelte. Der Brasilianer musste derweil „niedergeschlagen auf der Bank sitzend zusehen, wie alle außer ihm Beifall erhielten“.
Vinícius „strahlte weniger Rebellion als vielmehr Traurigkeit aus“, befand die As. Für diese Gefühlslage zeigten die Teamkollegen Verständnis.
„Es ist gut, dass Vinícius traurig ist, weil er dem Team und den Menschen viel geben will“, sagte Kylian Mbappé bei Movistar Plus: „Er muss ruhig bleiben und stolz darauf sein, wer er ist. Er ist ein großartiger Spieler mit enormer Qualität.“
Torwart Thibaut Courtois meinte nach der Partie im Bernabéu bei Marca: „Ich kenne nur zwei Spieler, die ich fast jedes Jahr auf ihrem besten Niveau gesehen habe: Cristiano und Messi. Und selbst zwei der Größten der Geschichte wurden in manchen Momenten kritisiert.“
Gleichzeitig befand der Belgier: „Er (Vinícius) sucht seine beste Version. Mit der Unterstützung der Mannschaft und der Fans wird er sie finden.“
Luft nach oben sieht auch Predrag Mijatovic. Der frühere Real-Profi erkannte bei El Larguero: „Vinícius fehlt noch ein bisschen.“ Er sei aber ebenfalls „überzeugt, dass er das wieder aufholen wird. Man muss ihm etwas Zeit geben und darf ihn nicht zu sehr unter Druck setzen.“
Trainer Mourinho sagte bei Movistar angesprochen auf die Traurigkeit, nur Vinícius selbst könne „erklären, ob er sich so fühlt oder nicht“, er sei aber mit seinem Schützling zufrieden. Vinícius habe nicht nur ein gutes Spiel gemacht, sondern auch defensiv stark mitgearbeitet und beinahe ein „großartiges Tor“ erzielt.
Und was sagt Vinícius selbst? Der Offensiv-Star hinterließ nach dem Spiel eine kurze Nachricht in seinen sozialen Netzwerken: „Jeden Moment leben. Alles geht vorbei.“
Die Botschaft, „halb Resignation, halb Zuversicht, zeigt einen Fußballer, der gerade seine schwierigste Phase als Madridista durchlebt“, beschrieb die Marca treffend.