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Der 20-jährige Italiener dürfte sich in wenigen Wochen den Titel sichern, nachdem er sich an der Spitze der Fahrerwertung einen komfortablen Vorsprung erarbeitet hat.
Mit seinem dritten Platz in Singapur vor zwei Wochen hat sich Kimi Antonelli die Chance eröffnet, schon an diesem Wochenende in Austin der jüngste Weltmeister der Formel-1-Geschichte zu werden. Die Wahrscheinlichkeit ist allerdings gering: Antonelli müsste auf dem Circuit of the Americas gewinnen, während seine beiden nächsten Verfolger George Russell und Lewis Hamilton – gegen die er in Singapur mehr Punkte holte – patzen müssten.
Dieser Artikel von Tom Cary entstand in Kooperation mit telegraph.co.uk.
Doch es könnte passieren. Sollte er den Titel nicht in Texas sichern – beim sechstletzten Rennen der Saison –, dürfte der 20-Jährige stattdessen entweder in Mexiko oder Brasilien Weltmeister werden. Denn mit jedem weiteren Rennen werden die Möglichkeiten seiner Verfolger, den Rückstand auf ihn zu verkürzen, geringer.
Die Berechnungen werden dadurch erschwert, dass hinter den letzten beiden Saisonrennen Fragezeichen stehen. Wegen des Konflikts im Nahen Osten könnten eines oder beide noch abgesagt werden; Imola steht als Ersatz bereit. Doch so oder so dürfte Antonelli in den nächsten Wochen zum Weltmeister gekrönt werden.
Theoretisch stehen noch sechs Saisonrennen aus. Bei 25 Punkten für einen Sieg bedeutet das vor dem Rennen in Austin, dass ein Fahrer noch maximal 150 Punkte holen kann. Mit einem Vorsprung von 102 Punkten auf seinen Mercedes-Teamkollegen Russell in der Gesamtwertung und 111 Punkten auf Ferrari-Pilot Hamilton hat Antonelli eine geringe Chance, den Titel schon in Texas zu sichern.
Um an diesem Wochenende Weltmeister zu werden, müsste er nach dem Rennen am Sonntag mindestens 125 Punkte Vorsprung haben. Das bedeutet: Er muss das Rennen gewinnen, während Russell höchstens Neunter und Hamilton höchstens Fünfter werden darf. Gelingt ihm das nicht, bräuchte Antonelli nach dem Rennen in Mexiko mindestens 100 Punkte Vorsprung, um dort Weltmeister zu werden, oder 75 Punkte nach Brasilien – und so weiter.
Sollten die letzten beiden Rennen wegen des Konflikts im Nahen Osten abgesagt werden, ist Imola als Ersatz vorgesehen. Das würde allerdings die Berechnungen verändern: Dann wären in dieser Saison nur noch maximal 125 Punkte zu holen. Damit wäre es für Antonelli leichter, sich den Titel zu sichern. Wo der Italiener Weltmeister wird, hinge vollständig davon ab, wann die Rennen abgesagt werden.
Es gibt ein Albtraumszenario, in dem Antonelli an diesem Wochenende gewinnen und dann per Pressemitteilung zum Weltmeister erklärt werden könnte, wenn die letzten beiden Rennen irgendwann nächste Woche abgesagt werden. Die Formel 1 will das jedoch unbedingt verhindern. Die Außenwirkung wäre verheerend.
So weit sollte es nicht kommen. Wahrscheinlich wird Antonelli die Weltmeisterschaft in Austin, Mexiko oder Brasilien bereits entschieden haben, bevor die Formel 1 über die letzten beiden Rennen befinden muss. Was nach den US-Zwischenwahlen am 3. November passiert – ob die USA ihre Angriffe auf den Iran wieder aufnehmen und es möglicherweise Vergeltungsaktionen gegen ihre Verbündeten in der Region gibt –, dürfte in diesem Zusammenhang ausschlaggebend sein.
Russell darf nach diesem Wochenende höchstens 125 Punkte hinter Antonelli liegen, nach Mexiko 100, nach Brasilien 75, nach Las Vegas 50 und nach Katar 25, um noch eine Chance auf seinen ersten Weltmeistertitel zu haben. Das gilt unter der Voraussetzung, dass die letzten beiden Rennen stattfinden.
Dieselben Berechnungen gelten für alle anderen, die in diesem Jahr noch den Titel gewinnen wollen. Dazu zählen theoretisch die beiden Ferrari-Piloten Hamilton und Charles Leclerc sowie Max Verstappen von Red Bull und Lando Norris von McLaren. Sie alle liegen derzeit weniger als 150 Punkte hinter Antonelli. Ihre Chancen sind jedoch verschwindend gering, und einige von ihnen, wenn nicht sogar alle, könnten an diesem Wochenende aus dem Titelrennen ausscheiden.