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Trotz 26:7 Torschüsse und 74 Prozent Ballbesitz: SV Elversberg scheitert im DFB-Pokal überraschend an Darmstadt 98

Die SV Elversberg hat den ersten Achtelfinal-Einzug im DFB-Pokal der Vereinsgeschichte verpasst. Der Favorit unterlag überraschend dem Zweitliga-Schlusslicht SV Darmstadt mit 0:2. Dabei spielte eigentlich nur die SVE nach vorne – die Gäste nutzten aber ihre ersten beiden Chancen.

Im Vergleich zur 0:4-Niederlage in Leipzig rotierte SVE-Trainer Vincent Wagner auf mehreren Positionen: Cole Campbell startete links wieder für Maurice Krattenmacher. Dazu durften Florian Le Joncour, Luca Sirch, Amara Condé und Noel Futkeu von Beginn an spielen.

Gleich am Anfang musste der SV Darmstadt verletzungsbedingt wechseln: Nicolas Verkooijen knickte unglücklich um, dafür kam Lars Kehl (4.). Und ausgerechnet der schockte die Bundesligisten nur kurze Zeit später.

Aus etwa 25 Metern halblinke Position schlenzte der Darmstädter Lars Kehl einen Freistoß perfekt ins linke Kreuzeck. Keine Chance für SVE-Keeper Nicolas Kristof – 1:0 für die Lilien (6.).

Spiel auf ein Tor: SVE drängt auf Ausgleich

Die Saarländer waren um eine Antwort bemüht, in der Anfangsviertelstunde aber noch nicht zwingend genug. Lukas Petkovs Distanzschuss trudelte am Tor vorbei (12.), Le Joncours Kopfball flog über den Kasten (14.). Gefährlicher war Campbell mit Distanzschuss nach feinem Haken. Darmstadts Torwart Marcel Schuhen riss aber rechtzeitig die Arme hoch (15.).

Die Chancen häuften sich und wurden besser: Futkeu bekam einen starken Pass im Zentrum – wollte dann aber das Foul ziehen, anstatt den Abschluss zu suchen (22.). Eine Zeigerumdrehung später fand Campbell wieder seinen Meister in Schuhen. Kurz darauf köpfte Kapitän Lukas Pinckert aus aussichtsreicher Position neben das Tor (25.).

Darmstadt kam nach dem eigenen Tor quasi gar nicht mehr aus der eigenen Hälfte: Ein Elversberger Angriff nach dem anderen rollte auf Torwart Schuhen zu. Nur der Ball wollte nicht reingehen. Immer wieder fehlte für die SVE ein Quäntchen Glück und Präzision, wie auch beim artistischen Versuch von Le Joncour (36.).

Die Halbzeit-Statistiken sprachen für sich: 70 Prozent Ballbesitz, 14:1 Torschüsse, 14:0 Ecken aus SVE-Sicht. Die wichtigste Statistik sprach aber für Darmstadt: Mit der 1:0-Führung ging es für Florian Kohfeldts Lilien in die Kabine.

Zwei Schüsse, zwei Tore: Darmstadt erhöht auf 2:0

Die SVE machte nach der Pause direkt da weiter, wo sie vorher aufgehört hatte. Und kam zur bis dato größten Gelegenheit: Le Joncour bekam im Rückraum völlig frei den Ball, nahm Maß – und verschätzte sich um Zentimeter (49.). Das Spiel ging im Anschluss weiter nur in eine Richtung, die Elversberger rannten an.

In der 55. Minute kamen die Gäste erstmals in den Sechzehner, holten ihre erste Ecke des Spiels raus. Und ausgerechnet die saß: Milan Smit sprintete in den Raum vor Kristof und schob völlig blank ein. Darmstadt führte gnadenlos effizient mit 2:0 – die SVE musste sich was einfallen lassen.

Wie zuvor rannten die Gäste an, und kamen weiter zu guten Chancen: Lukasz Poreba setzte Futkeu per Steckpass stark in Szene, der das Spielgerät direkt an die Latte knallte. Das Glück war weiter nicht auf der Seite der Elversberger (61.). Danach wechselte Wagner dreifach: Luca Schnellbacher, Maurice Krattenmacher und Felix Keidel kamen ins Spiel (64.).

SVE rennt an – und zerbricht am Darmstädter Beton

Kurz darauf hatte Campbell die nächste Chance, sein Kopfball-Aufsetzer ging aber am Tor vorbei (68.). Die SVE drängte weiter auf den Ausgleich, verzweifelte aber weiter am Darmstädter Bollwerk und fehlendem Glück.

Nach mehreren Wechseln und kleineren Unterbrechungen geriet aber auch der Elversberger Sturmlauf ins Stocken, die Zeit rannte davon. Ein Fernschuss von Keidel aus etwa 20 Metern, der über den Darmstädter Kasten segelte, war schon eine der besseren Chancen (83.).

Bis zum Schluss wurde die SVE nicht mehr zwingender, wirkte bei zwei Toren Rückstand auch mental erschöpft. Nachdem auch David Mokwas Kopfball in den Armen von Schuhen landete (90.+2), blieb es am Ende beim 0:2.

Nach dem DFB-Pokal-Aus geht für die SVE der Bundesliga-Alltag weiter: Erstmals spielen sie am Freitagabend, zuhause gegen Mainz 05 (20.30 Uhr).

Über dieses Thema haben auch die SR info-Nachrichten am 27.10.2026 berichtet.

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Erstveröffentlichung: 27.10.2026 | 08:55 Uhr