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(Motorsport-Total.com) - Die MotoGP-Fahrer haben sich beim Grand Prix von Australien getroffen, um eine gemeinsame Linie bezüglich des Grand Prix von Katar zu finden. Außerdem könnte dieses Treffen einen ersten Schritt hin zu einer Fahrervereinigung darstellen.
Die MotoGP-Fahrer versuchen sich nun zu organisieren Zoom
Der einzige Triple-Header der MotoGP-Saison 2026 entstand durch die Verschiebung des Katar-Rennens, das ursprünglich für April geplant war und aufgrund des Konflikts im Nahen Osten auf November verlegt wurde.
Zwar hat die Intensität der Feindseligkeiten zwischen den USA, Israel und dem Iran seit den ersten Kriegsmonaten etwas nachgelassen, die Region erlebt jedoch weiterhin eine Phase der Instabilität.
Trotzdem betonen die Verantwortlichen der MotoGP Sports Entertainment Group (MotoGP SEG), des Promoters der Meisterschaft, dass ihnen von der Regierung Katars ausreichende Garantien vorliegen.
Das Rennwochenende soll unter vollständiger Sicherheit vom 6. bis 8. November ausgetragen werden. Die Teamvereinigung IRTA hat das Anfang dieser Woche in einem Schreiben an alle Teams bestätigt.
Vor zwei Wochen in Indonesien ergriffen bereits mehrere MotoGP-Fahrer die Initiative und äußerten Bedenken gegenüber den Plänen der Organisatoren, in Lusail zu fahren.
Über eine vor Jahren eingerichtete WhatsApp-Gruppe tauschten die Fahrer ihre Ansichten zu diesem Thema aus und führten eine informelle Abstimmung durch, bei der sich drei Viertel des Starterfeldes gegen die Reise nach Katar aussprachen.
Am Donnerstagnachmittag auf Phillip Island zogen sie sich schließlich in ein Büro an der Strecke zurück, um die Angelegenheit unter sich zu besprechen - ohne Anwesenheit von Vertretern der MotoGP SEG.
Bei diesem Treffen schlugen mehrere Fahrer vor, von den Organisatoren schriftliche Garantien zu verlangen, bevor sie der Anreise zustimmen. Dabei wurden mehrere Forderungen formuliert.
Dazu zählen ein Evakuierungsplan für das gesamte Paddock für den Fall, dass ein solcher notwendig wird, die Übernahme von Hotelkosten bei einer Luftraumsperrung sowie eine Rückholversicherung, falls der Konflikt während des Aufenthalts eskaliert.
All diese Punkte wurden Carlos Ezpeleta während der Sitzung der Sicherheitskommission am Freitagabend in den Büros der MotoGP SEG an der australischen Strecke vorgelegt.
Diese Episode könnte der entscheidende Auslöser dafür sein, dass die seit langem diskutierte Fahrervereinigung nun tatsächlich ihre Arbeit aufnimmt. Gegründet wurde die Organisation formell bereits vor drei Jahren.
Ex-Rennfahrer Sylvain Guintoli war damals sogar zum Sprecher ernannt worden, trat diese Funktion jedoch letztlich nie aktiv an. Diesmal scheint die Tragweite dieses Themas groß genug zu sein, um die Fahrervereinigung tatsächlich ins Leben zu rufen.
"Ich glaube, es sind einige Situationen zusammengekommen, die uns allen gezeigt haben, dass [die Vereinigung] notwendig ist", sagte Alex Marquez am Donnerstag auf Phillip Island.
"Wir sind uns dessen bewusst und verstehen, dass es zu unserem eigenen Besten ist. 2023 gab es den Versuch, das Ganze ins Rollen zu bringen, aber jetzt haben wir alle erkannt, dass wir sie brauchen."
"Hier vor Ort wird es noch nicht passieren, aber wir werden wieder darüber sprechen, sobald wir zurück in Europa sind." Die Fahrer haben den Ernst der Lage erkannt und wissen, dass auch sie mit einer Stimme sprechen müssen.
Bagnaia könnte sich einen Anwalt als Repräsentant vorstellen Zoom
Es gibt den Promoter MotoGP SEG, die Herstellervereinigung MSMA und die Teamvereinigung IRTA, aber keine Fahrervertretung. Deshalb wird praktisch über die Köpfe der Fahrer hinweg entschieden.
"Wenn man selbst keine Macht hat", sagt Enea Bastianini dazu, "steht man mit leeren Händen da. Unsere Welt existiert nicht ohne uns, und wir existieren nicht ohne diese Welt, nicht wahr?"
Auch Francesco Bagnaia stimmt zu, dass endgültig der Zeitpunkt gekommen ist, an dem sich die Fahrer organisieren müssen: "Ich denke, eine Fahrervereinigung wäre enorm wichtig, überaus nützlich und genau jetzt ist der richtige Zeitpunkt dafür."
"2023 hatten wir erste Ansätze unternommen, das anzugehen. Aus verschiedenen Gründen konnten wir es damals jedoch nicht vorantreiben, aber jetzt haben wir die Initiative wieder aufgenommen. Ich halte das für uns alle für extrem wertvoll."
Als nächsten Schritt wollen die Fahrer überlegen, wer als Repräsentant der Fahrervereinigung infrage kommen könnte. Die Idee ist, dass es keiner der aktiven Fahrer ist.
"Das geht nicht", sagt Bagnaia. "Es ist sogar besser, wenn die Person von außerhalb dieser Welt kommt, einfach, um Befangenheit zu vermeiden. Jemand, der geradlinig in eine Richtung arbeitet - für die Sicherheit, für uns."
"Meiner Meinung nach muss es kein Fahrer sein. Es muss überhaupt niemand aus dem Fahrerlager sein." Wie beispielsweise ein Anwalt? "Wie beispielsweise ein Anwalt", antwortet Bagnaia auf diese Frage.