Apex Scores Lite Apex Scores Lite flag
back Zurück
Aprilia-Konfliktpotenzial auch auf Phillip Island, aber: Noch keine MotoGP-Stallorder
Jorge Martin muss sich vorerst selbstständig gegen seine Aprilia-Kollegen durchsetzen, Foto: IMAGO / PsnewZ

Die MotoGP-Saison 2026 ist für Aprilia geprägt von historischen Erfolgen, aber auch von einer Reihe interner Reibereien. In Barcelona kollidierten Raul Fernandez und Jorge Martin. In Ungarn räumte Martin am Start gleich Fernandez und Marco Bezzecchi ab. Und zuletzt in Indonesien geriet Fernandez mit Bezzecchi aneinander. Viele wertvolle Punkte gingen verlor. Nutznießer war stets Marc Marquez, der als einziger Fahrer der Aprilia-Fraktion den ersten Titelgewinn in der Königsklasse vermiesen kann.

Jorge Martin ist Aprilias heißestes WM-Eisen

Vor dem Australien-Grand-Prix auf Phillip Island ist Marquez WM-Zweiter. Zwei Punkte vor ihm liegt in der MotoGP-Fahrerwertung Jorge Martin, 44 Zähler hinter ihm Marco Bezzecchi. Dem Trackhouse-Duo mit Ai Ogura und Raul Fernandez fehlen gar schon 94 beziehungsweise 117 Punkte auf Marquez. Martin ist als offensichtlich das mit Abstand heißeste Aprilia-Eisen im WM-Kampf. Zuletzt in Indonesien dachte Technikchef Fabiano Sterlacchini deshalb laut über Stallorder nach, auch wenn er es als "verpflichtende Handlungsanweisungen" bezeichnete. Alle Details dazu findet ihr in unserem Video:

Aprilia-Kater trotz MotoGP-Triumph: Härtere Regeln geplant (10:45 Min.)

Zwei Wochen später auf Phillip Island scheinen sich diese Ideen vorerst wieder in Luft aufgelöst zu haben. Am Donnerstag gab es zwar ein eigens einberufenes Treffen zwischen der Aprilia-Führungsebene und allen vier Fahrern, eine Stallorder wurde dort aber nicht verkündet, wie Team-Manager Paolo Bonora am Freitag verriet: "Uns muss klar sein, dass wir uns in einer entscheidenden Phase der Saison befinden. Da müssen wir in jeder Session und bei jedem Manöver besonders sorgfältig sein. Im Meeting am Donnerstag haben wir unseren Fahrern wie schon in der Vergangenheit "Respekt" als klare Anweisung mitgegeben. Das bedeutet, im Kampf mit anderen Aprilia-Piloten keine unnötigen Risiken einzugehen und Überholmanöver bedacht sowie an der richtigen Stelle zu absolvieren. Wir haben unseren Fahrern aber auch klar gesagt, dass es aktuell keine direkte Stallorder gibt. Wir wollen alle Aprilia-Fahrer an der Spitze sehen, weil wir wissen, dass wir gemeinsam etwas Besonderes erreichen können. Wenn die Trackhouse-Fahrer siegen können, werden wir ihnen auch die Möglichkeit dazu geben."

Trackhouse stellt klar: Fahren unsere eigenen Rennen

Ein Bekenntnis, von dem auch Trackhouse-Boss Davide Brivio sprach: "Natürlich wollen wir, dass Aprilia gewinnt. Wir müssen aber sehen, was wir dazu beitragen können. Vorerst fahren wir unsere eigenen Rennen, wie wir das seit Saisonbeginn machen. Wir versuchen, respektvoll zu sein und das unseren Fahrern zu vermitteln, aber man kann nie wissen, was dann passiert."

Hönischer Applaus von Fernandez in Richtung Bezzecchi: In Indonesien war nicht viel von Respekt zu sehen, Foto: IMAGO / PsnewZ
Hönischer Applaus von Fernandez in Richtung Bezzecchi: In Indonesien war nicht viel von Respekt zu sehen, Foto: IMAGO / PsnewZ

Aufmerksamen Beobachtern ist nicht entgangen, dass Bonora von "noch" keiner Stallorder spricht und Brivio davon, dass sein Team "vorerst" frei fahren könne. Die Aprilia-Strategie scheint also durchaus noch flexibel. "Aktuell gibt es keine Stallorder, aber wir sind uns auch unserer besonderen Chance in dieser Saison bewusst. Wenn wir die Möglichkeit haben, einen oder zwei oder fünf Punkte mehr zu holen, wäre es dementsprechend nicht klug, das nicht zu nützen", gesteht Bonora. Vor einem Platzwechsel zugunsten des aussichtsreichsten Aprilia-WM-Kandidaten im Saisonendspurt scheint man in Noale also nicht zurückzuschrecken. Die Frage ist: Wann sehen sich Bonora & Co. zu diesem Mittel gezwungen? Weitere verschenkte Punkte in Richtung Marc Marquez kann sich Aprilia schließlich kaum mehr leisten.

Könnte Ihnen gefallen

Die Tragödie eines Außergewöhnlichen

SPORT1 vor 4 Stunden

Valentino Rossi nennt Marco Bezzecchi den schnellsten Fahrer vor dem australischen MotoGP.

motorcyclesports.net vor 1 Tag

Marco Bezzecchi erzielt die schnellste Zeit, hatte aber einen erschreckenden Unfall mit Alex Marq...

motorcyclesports.net vor 6 Stunden

Marc Marquez sagt eine Pensionierung innerhalb von drei Jahren voraus und nennt Pedro Acosta als ...

motorcyclesports.net vor 6 Stunden

Pedro Acosta beendet den vielversprechenden ersten Tag beim MotoGP in Phillip Island auf dem acht...

motorcyclesports.net vor 6 Stunden